26 I. Die Grundurteile der Politik. daß ich es lieber ganz beiseite lasse; eine ausgeprägte Art von Gemeinschaft ist Organisation sicher, aber die sogen, soziale Frage oder Fragen ruhen meist auf ganz anderen Problemstellungen und können durch Organisation nicht ohne weiteres gelöst werden. Die vielerlei tat sächlich bestehenden Organisationen auf sozialenl Ge biet sind historisch bedingt und in den Formen ver änderlich. Eine klare Entscheidung aber ergibt sich wieder für den Gegensatz von Optimismus und Pessimismus; Organisation erfordert sicher einen guten Teil von ersterer Denkart, denn sie hofft ja bestimmt, durch sich selbst künftige Ziele und Pläne wirkungsvoll zu för dern. An die Spitze, zum Organisator, taugt nur, wer Optimist ist in dem Sinne, daß er an die Sache, ihre Wichtigkeit und ihre Durchführbarkeit, die nie zu be weisen ist, glaubt. Das erhärtet der Krieg tausendfach und es bedarf kauni der Beispiele. Vertrauen in menschliche Leistung ist für Organisation unentbehr lich. Wiederum verzichte ich auf den Begriff eines Idealismus, weil er so vieldeutig und unklar ist, daß er eines eigenen Buches bedürfte. So ergäben sich noch diejenigen Konsequenzen zur Erörterung, die sich aus unseren! Begriff für bestimmte politische Grundurteile, insonderheit über den Staat, ergeben. Die Schlagworte und Richtungen haben zwar als Ausdruck ganz allgemeiner Unterschiede einen gewissen, vor allem rhetorischen Wert, aber wirkliche politische Stellungnahme und Überzeugungen ver mögen sie niemals zu begründen, weil sie im Grunde nur leere Hülsen ohne greifbaren Inhalt sind. So haben sich auch die politischen Parteien zwar von jeher