I. Die Gmudurteile der Politik. 27 ihrer bedient, sind aber darum doch nie aus diesen Schemata zu begreifen. Ein lebendiger Inhalt kommt nur durch bestimmte Urteile über einzelne. Probleme in diese hinein, deren Mannigfaltigkeit viel größer ist und von Erfahrung und Leben abhängt. Daher sind sie nicht mehr rein rationalistisch, sondern ruhen auf Tatsachen und der Auswahl unter diesen, die wir Werte nennen. Von da ergibt sich stets der Übergang zum Sollen und zur Norm, so auch bei unserem Begriff und wir wollen im folgenden die Organisation als eine solche betrachten und zusehen, was sich ergibt, wenn sie als normativer Wert gelten soll. Das kann aber in Kürze nur in den w i ch t i g st e n politischen Grnnd- urteilenb geschehen, da eine Vollständigkeit hier weder erreichbar noch wünschenswert erscheint; Konsequenzen auf abliegendere Fragen ergeben sich leicht, sobald ein Prinzip feststeht und an den hauptsächlichsten klar gestellt ist. Uralt ist der Streit über die Entstehung des Staa tes, ob man sie sich atomistisch durch den Zusammen- schluß Einzelner vollzogen denkt, oder ob er, wie schon Aristoteles lehrte, aus Familien bchteht, also mehr molekular aus Menschengruppen. L>eine eigentliche Schärfe aber bekam dieser Gegensatz zu allen Zeiten durch die Gedanken des Zweckes, des Rechtes, des Sollens, die man mit genetischen Theorien oder be wußten Fiktionen, wie der sogen. Vertragstheorie, die einen historisch niemals nachweisbaren Staatsvertrag an den Anfang setzt, zu stützen unternahm. Dann heißt das Problem: ist der Einzelne um des Staates willen da, oder dieser um des Einzelnen willen; hat der Ein zelne das ursprüngliche Recht und ist er der Endzweck,