34 I. Die Grundurteile der Politik. H aus. Doch ist es nie gut, einen Vergleich zu Tode zu Hetzen; so kann man auch aus diesem zwar viel wert volles, nicht aber eine vollständige Staatstheorie abzu leiten unternehmen. Zu anderen politischen Ideen verhält sich das Orga- nisationsprinzip mehr indifferent; so zil dem speziellen deutschen Problem der Stämme untereinander ini Staate. Dem ganzen deutschen Volk ohne weiteres scheint es nicht angeboren zu sein; denn vor über hun dert Jahren sprach z. B. Frau von Stadl in ihrer sonst wohlwollenden Kritik dem Deutschen das Talent zur Organisation rundweg ab. Damals war Preußen noch klein, norddeutsche Art noch nicht führend, und es stimmt mit anderen Beobachtungen überein, daß es speziell niederdeutsche Wesensart ist, die zur Organi sation drängt. Es ist der preußische Einschlag in deut- ) sches Wesen, der ihre Blüte gezeitigt hat, womit nicht gesagt ist, daß es oberdeutsche Stämme nachher nicht \ ebenso gut verständen, zu organisieren. Aber der An stoß scheint uns vom Norden zu kommen und zu dem Anteil Eisen ins deutsche Blut zu gehören, der zu unserer Machtentfaltung unerläßlich war. Auch für den großen Gegensatz des reinen Natio nalstaates zum gemischten Kulturstaat läßt sich von unserem Prinzip aus zwar keine Entscheidung, aber doch ein Streiflicht gewinnen. Wenn tatsächlich die fremden Elemente im deutschen Reich und besonders in Österreich sich so wohl fühlen, daß sie gar nicht „er löst" sein wollen, wie dies der Krieg vielfach gezeigt hat, so ist das vielleicht mehr guter „Organisation" als sonstigen einzelnen Kulturfaktoren zu verdanken. Man denkt in bezug auf das Gewinnen und Festhalten sol-