II. Akratic und Aristagie. 37 ist aristagisch. Bedenkt man ferner, daß unsere Gegner (mit Ausnahme Rußlands) im Namen der Demokratie gegen uns kämpfen, so sieht man wieder, daß wir ihnen unmöglich den Gedanken der Aristokratie entgegensetzen können, denn er paßt durchaus nicht für Deutschlands innerpolitische Zustände. Auch hier liegt die Lösung in deui neuen Wort: Deutschland ist arista gisch organisiert. Von zwei aktuellen Gedankenreihen aus enkpfiehlt sich also zunächst die Einführung dieser neuen Begriffsworte. Eine Verdeutschung ist hier nicht vorteilhaft, etwa in „Nichtherrschaft" oder „Be stenführung"; denn auch die zu verbessernden und er setzenden zwei Worte sind griechisch, wie sehr viele dieses ganzen Gedankenkreises. Und, wenn richtig defi niert, haben Fremdworte als Begriffsetiketten den Vor teil, daß sie Jdealcharakter tragen und sich leichter ver schiedenen Gedankengruppen anpassen lassen, ja end lich auch für unser Ohr klangvoller und für die Zunge bequemer sind. Eine Ausmerzung aller Fremdworte, besonders der griechischen und lateinischen, ist kein wünschenswertes Ziel und würde, ivenn durchgeführt, die Verständigung häufig erschweren, statt sie zu er leichtern; so sind, um nur ein paar zu nennen, auch Ethik und Pädagogik, Politik und Philosophie, Theorie und Praxis, wie hundert andere, unserem Denken unentbehrlich geworden. Manchem aber mag es völlig unwichtig erscheinen, welche Namen oder Zeichen man wählt, ivenn man etwa ein „Realpolitiker" sein will; es handle sich ja doch um die Sache und nicht uni die Worte. Allein es läßt sich auch historisch beweisen, daß die Fassung der Begriffsworte von größtem Einfluß auf die Verwirk