62 III. Das Führerproblem. Doppelarbeit vom Führer geleistet werden muß, an sich selbst und an den anderen und dazu die nötigen Tugenden in einer gewissen Ausgeglichenheit vorhan den sein müssen. Auf einen ganz anderen Einteilungsgrund werden wir gewiesen, wenn wir etwa fragen, welche mehr sozial gefaßten Eigenschaften zur Führerschaft berech tigen und befähigen. Man kann sie finden in: Vor zügen des Körpers, der Erziehung, der Familientradi tion; dann in Besitz und Intelligenz; endlich in Arbeit und Rednertalent. Das weist auf Unterschiede der politischen Partei-Bildung hin; ungefähr (mit Ein schränkung) werden die ersten drei Gesichtspunkte die der konservativen, die nächsten der liberalen, die letz ten der sozialdemokratischen Partei sein; oder diese Parteien werden an ihren Führern sie au, meisten schätzen. So ungefähr entspricht das auch bestimm ten Berufen; die ersten dem Adel (soweit er als Grund besitzer und Militär gesondert hervortritt) und dem Beamtentum, das freilich auch der Intelligenz und Arbeit bedarf; deutlicher eignen Besitz und Intelligenz vereint speziell den wirtschaftlichen Führern, Indu strie-Kapitänen, technischen Leitern. Diese Gruppen liefern auch die sogen. „Staatsmänner" in einenr enge ren Sinne; während die freien Berufe, die Parlamen- tarier, die Parteiführer zu Arbeitskraft und Redner talent natürlich auch der Intelligenz bedürfen. Sv wenig sich solche Einteilungen genau durchführen las sen, so scheinen sie mir doch wertvoll, um zu zeigen, daß es mit der Aufstellung eines einzigen Führerideals nicht getan ist und wir Aristagen in allen den hier an gedeuteten Gruppen zu suchen haben werden.