64 TU. Das Führerproblem. scher Richtungsbestimmung. Für den Einzelnen ist das klar und leicht; natürlich wählt er sich sein Vorbild und Führer nach seiner Gesinnung und nennt den den „Besten" und „Tüchtigsten", der seinen Ansichten den kräftigsten Ausdruck gibt. Das spezielle Führerproblem aber muß sich von diesen Unterschieden unabhängig machen, denn es ist ein psychologisch-pädagogisches, kein partei-politisches; die von Führern zu lösenden konkreten Aufgaben bestimmt Geschichte, Empirie und Weltanschauung. Sie sind so mannigfaltig, als die „Kultur"aufgaben einer Zeit; jede Zeit und jede Tendenz aber bedarf zur Erreichung ihrer Ziele der Aristagen. Sehr wichtig dagegen ist es, zu unterscheiden zwischen Führern, die neue (wenn auch nur im kleinen neue) Ziele sehen und finden sollen und solchen, die nur die Mittel und Wege zu feststehenden Zielen besser kennen als andere". Ich möchte sie in Kürze als theoretische und Praktische Führer bezeichnen; die erforderlichen Gaben und Eigenschaften aber sind bei beiden Arten durchaus nicht die gleichen. Für die theoretischen Führer ist die geistige Begabung die Hauptsache; man spricht ja häufig von „führenden Geistern". In tellekt ist da die Hauptsache, dazu lebhaftes Gefühl für Wichtigkeit und Bedeutung der Ziele; die Charak tererfordernisse aber treten zurück und ein blinder oder gelähmter Denker kann auf diese Art wirken. Und nicht nur durch Wort, sondern auch durch die Schrift, nicht nur in einer Gegenwart, sondern in ferne Zukunft. An diese Art geistiger Führer und Autoritäten sind wir gewöhnt und da liegen auch nicht die Schwierigkeiten; niemand kann sich ihnen entziehen und wer sich von