III. Das Führerproblem. 77 Partei bezeichnet. Sie unterscheiden sich scharf von jeder guten Organisation, weil der gemeinsame Zweck, die Aufgabe fehlt, als die man höchstens das Behagen, den Geldgewinn und den Ruhm der einzelnen Beteiligten ­ bezeichnen kann, während jedes ideale Ziel, jede höhere Richtung prinzipiell fehlt. Im Grunde ist sv der Einzelne Selbstzweck, nichts ihm Übergeordnetes ­ und englische Nützlichkeitsmoral das zugrundeliegende ­ Prinzip. Kameraderie, Cliquenbildung und Protektionswirtschaft sind die Mächte, die die charaktervolle ­ Persönlichkeit anfressen, zermürben und zerreiben, bis sie eben, indem sie ihr äußeres Ziel erreicht hat, das innere verfehlt. Denn sie hat ja nur uni den Preis der Charakterlosigkeit die leitende Stellung erlangt, in der sie nun zu dem „führen" sollte, was sie innerlich nicht mehr besitzt. Das ist eine schlimme Antinomie, vielleicht ­ die schlimmste unserer Kultur; alles brüllt nach Charakteren und Persönlichkeiten für die verantwortungsvollen ­ Posten; aber wehe dem, der es wagt, eine solche zu sein — er wird in einer stillen Ecke mit sich selbst allein enden. Noch immer wird in Betrachtungen, die solchen Problemen gewidmet sind, die Antithese Individuum und Staat aufgestellt; Jbsen^hat sie z. B. dichterisch in den Mittelpunkt seines Denkens gestellt; und selbst ein sv feiner Historiker, wie Fr.Meinecke^, sieht immer noch diese zwei Pole und Gegensätze. Aber es ist nicht der „Racker von Staat", der die Persönlichkeit zermürbt ­ und erschüttert; frägt man irgend einen einzelnen ­ Begabten, was ihm den Weg erschwert oder verdorben ­ hat, immer ist es die Clique oder — um ein deutsches Wort zu finden — der Bund, der ihn gehin-