78 III. Das Führerproblem. dort Hai. Ob es sich um Wissenschaft oder Kunst, Tech nik oder Geschäft handelt, ganz gleich; auch die Trusts gehören hierher und es gibt geistige Trusts genug, die nicht einmal einen Namen haben, ganz unfaßbar in, Stillen und Dunklen gelten und doch denjenigen ver nichten, der sich ihnen nicht beugt oder ihnen nicht paßt. Ein Typus ist die Freimaurerei mit ihren Ge heimnissen; aber unsere Kultur wimmelt von solchen Bünden, die nicht einmal traditionelle Regeln haben und doch von größtem Einfluß sind. Was der prakti schen Durchführung der Aristagie tatsächlich am stärk sten im Wege steht, ist diese Gruppenbildung oder das Cliquenunwesen. Seine Hauptleistung ist die Pflege der Mittelmäßigkeit, vor allem durch gegenseitige Lobesversicherung und praktische Förderung; ein klein licher Utilitarismus mit ewigem „Rücksichtnehmen" negativ und Sichzuspielen kleiner Vorteile positiv. Führer fehlen diesen „Bünden" meist, kein leuchtender Name steht an der Spitze; klare Ziele und Programme gibt es nicht, und nur eins steht dabei felsenfest: wer nicht dazugehört, der darf nicht hochkommen. Die politischen Parteien sind dabei noch nicht die schlimmsten; sie dulden zwar nur höchst ungern „Wilde" in den Volksvertretungen, aber sie haben wenigstens gekannte und faßbare Führer und ein Programm. Und doch muß auch hier das Prinzip der Aristagie auf seinem Recht bestehen; die Tyrannei der Partei darf nicht durch die Proportionalwahl verewigt und versteift werden; die Möglichkeit muß auch im politi schen Leben offen bleiben, daß zu Worte kommt, auch wer sich nicht unbedingt dem Parteischema fügt, sonst verödet der politische Kampf zu sehr. Ja, es läge sogar