IV. Staatliche und private Organisation. 83 6- Sozialismus, Staatssozialismus, Individualismus oder der Antithese Arbeitgeber—Arbeitnehmer oder der von freier Konkurrenz und „Eingriff" des Staates usw. Es hat sich allmählich, z. B. in der Lehre des Nationalökonomen ­ Adolf Wagner, ein Mittelweg wenigstens theoretisch durchgesetzt, der die Vorteile der gegensätzlichen ­ Auffassungen zu verbinden sucht und weder im radikalen Sozialismus noch in: alten Liberalismus das Heil erblickt. Solche Fragen sind in der Kriegszeit durch die notwendigen staatlichen Maßnahmen in einer Weise populär geworden, die kein Nationalökvnom hätte ahnen noch erhoffen können. Preistaxen aller Art sind eingeführt worden und haben sich bewährt; es gibt Lebensmittelkarten für alles Eßbare, und Festsetzungen von Höchstpreisen für alles Mögliche. Praktisch ist damit, ganz abgesehen von der Abhilfe fürmomentane Notstände, etwas ganz Ungeheures erreicht, nämlich die Ansammlung detaillierter Erfahrungen, auf denen künftige Theoretiker ganz anders bauen können, als bisher. Was früher als Utopie erschien, ist mit einem Schlage Wirklichkeit, Leben und funktionierende ­ „Organisation" geworden. Ein Hauptproblem ist dabei, was von diesen Notmaßnahmen etwa im Frieden beizubehalten und zu dauernder Einrichtung zu gestalten wäre. Es wäre traurig, wenn alle diese Maßnahnien mit dem Friedensschluß ­ nutzlos in der Versenkung verschwänden, da manche doch sicher geeignet wären, auch spätersoziale Gegensätze zu mildern und Teilschwierigkeiten der großen „Frage" zu lösen. Ohne Theorie wird nian dabei nicht auskommen, wenn auch der Hauptnachdruck auf der gewonnenen praktischen Erfahrung liegt; wenn