31 der Zeitungen auch i" ter Berücksichtigung größerer Tragfähigkeit — cetera paribus — gerechten nur um weniges höher angesetzt werden dürfen als die für geringwertige Zeitungen. An Stelle der individuellen Behandlung jeder Zeitung durch Belastung mit einem stets gleichen Prozentsatz des Preises hätte der Tarif mehrere Wertklassen mit ivrung- weise größer werdenden Abstufungen vorsehen müssen. Anfangs machte sich die Schattenseite des Tarifs, die ungerechte, ungleichmäßige Behandlung der einzelnen Zeitungen verhältnismäßig noch nicht stark bemerkbar. Ende der 1840er Jahre war das Jnseratenwesen erst so wenig entwickelt, daß es keinen Ertrag liefern konnte, der auf die Gestaltung der Zeitungs-Verlagspreise nennenswerten Einfluß gehabt hätte. Maßgebend für die Bemessung der Preise waren überwiegend die Produknonskosten der Verleger zuzüglich des gewöhnlichen Gewinns. Selten erscheinende, aber teure Blätter, wie die Zeitschriften, gab es noch wenig. Die Erhebung der Zeitungs gebühr in Form eines prozentualen Zuschlags zum Einkanfs- preise der Zeitungen traf daher die meisten Zeitungen zunächst in annähernd gleicher Weise. Als sich jedoch vas Zeitungs wesen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stärker entwickelte und bei den Verlegern für die Preisbemessung andere Gesichtspunkte Geltung gewannen, entsprachen die Grundsätze, auf denen der Tarif beruhte, nicht mehr den tatsächlichen Verhältnissen. Die Preise der Zeitungen kenn zeichneten durchaus nicht mehr deren Tragfähigkeit, weil sie durch die steigenden Erträge aus den» immer umfangreicher werdenden Jnseratenwesen stark beeinflußt wurden. Je größere Reinerträge eine Zeitung durch Inserate zu erzielen vermochte, desto billiger konnte sie ihren Preis gestalten. Der prozentuale Zuschlag zum Preis, den die Post als Zeitnngsgebühr erhob, mußte dementsprechend alle die Blätter verhältnismäßig stark belasten, die wegen hoher Geschäftskosten, wegen geringer Bezieherzahl und mäßiger Inseraten-Ertrüge gezwungen waren, ihre Preise hoch zu bemessen. Zu diesen Blättern gehörten namentlich die Zeitschriften. Sie verursachten wegen ihres