46 haben die außergewöhnliche» Zeitnngsbeilagen insofern, als sie vom ersten Leser einer Zeitung oft herausgenommen werden, weiteren Lesern also gar nicht mehr zu Gesicht kommen und zum großen Teil ein „frühes Ende im Papierkorb M1 ) finden. Im ganzen spielen die Anzeigen in Gestalt außer gewöhnlicher Zeitnngsbeilagen keine wichtigere volkswirtschaft liche Nolle als die auf gewöhnlichem Wege erfolgenden Anzeigen. ß) Mittlere und Kleine Presse. Die reichliche Hälfte der Zeitungen besteht aus mittleren und kleinen Blättern, die meist 1—H mal, zum Teil auch häufiger wöchentlich erscheinend) Ihre Auflagen sind gering, da ihre Verbreitung sich vorzugsweise auf ihr Erscheinungsgebiet, auf die mittleren und kleinen Orte beschränkt, in denen es für Tagesblätter an einer ge sicherten Existenz mangelt. Für Redaktion usw. können von den mittleren und kleinen Zeitungen keine großen Auf wendungen gemacht werden. Eigenes bringen sie, wenn die Anfangs ist von der Möglichkeit, den Postdebits-Zeitungen außer gewöhnliche Zeitnngsbeilagen beizufügen, verhältnismäßig wenig Gebrauch gemacht worden (Vgl. Archiv 1878 S. 266 f.). Bis zum Jahre 1905 geschah es dann durchschnittlich in steigendem Maße, sowohl absolut als auch im Verhältnis zur Zahl der Zeitungsnummern. Infolge der Ver doppelung der Beilagegebühr Mitte 1906 trat zunächst ein Rückgang ein, seitdem macht sich aber wieder ein Steigen bemerkbar, wie sich aus der folgenden Zusammenstellung ergibt: Die deutsche Post beförderte (Poststatistik 1890 S. 56 usw.): im Jahr Zeitungs- uummern (Tausends Außergew. Beilagen (Tausend) Auf 100 Nummern entfielen Beilagen 1890 1895 1900 1905 1906 1907 1910 818 392 I 109 202 1 431 706 I 715 766 1 807 108 1893 651 2 185 828 47 576 90 236 171 164 296 205 278 604 209 276 250 045 5,8 8,1 12,- 17.3 15.4 11,1 11.4 Der finanzielle Erfolg, den die Erhöhung der Beilagegebühr haben sollte, eine Mehreinnahme von jährlich 1/2 Mill. M. (Finanz-Archiv Bd. XXIII 1906 S. 703), ist eingetreten. Bei Anwendung der Mindest sätze von 1/4 oder Va Pf. für jede Beilage ergeben sich für 1905 740513 M., für 1910 1250225 M., d. s. 509712 M. mehr. ') Stenogr. Ber. 1905/06 Bd. IV S. 3269 (Unterstaatssekr. Sydow). 2) Vgl. die Statistiken bei Bücher, Ztg. S. 543, Diez S. 61 und Koschade S. 161.