48 „Parteilosigkeit" oder „Unabhängigkeit", deren sich die Ge neralanzeiger befleißigen. Infolge ihrer Billigkeit haben die Generalanzeiger viel zum Rückgang älterer Zeitnngen bei getragen und neuen Organen der verschiedenen politischen Parteien starke Konkurrenz gemacht. b) Zeitschriften. a) Redaktioneller Teil. 1) Wissenschaftliche Zeitschriften. Die wissenschaft lichen Zeitschriften sind aus den gelehrten Zeitnngen hervor gegangen, die in Deutschland gegen Ende des 17. Jahr hunderts entstanden ^ Zweck der gelehrten Zeitnngen war es, einem kleineren Zirkel in abgeschlossener Weise und ab gerundeter Form zu dienen. Zunächst waren sie universal, sie boten jedem etwas. Auf die geistige Einheit der Wissen schaft folgte eine fortschreitende Spezialisierung. Eine gelehrte Universal-Zeitschrift konnte nun nicht mehr allen Ansprüchen genügen Mehr und mehr wurde daher jedes Fachgebiet der Wissenschaft und Kunst besonders behandelt. Heute gibt es für jeden Gelehrtenstand usw mindestens eine Zeitschrift, ?) in der die Ergebnisse der Forschungen, die Fortschritte der Entdeckungen mitgeteilt, Gedanken ausgetauscht, Anregungen gegeben und aus diese Wnse die Verbindungen zwischen den ö tlich getrennten Gelehrten usw hergestellt werden. allgemeiner Natur, zusammen, mau druckt dann noch irgend einen Hintertreppenroman dazu und nennt das zusammen mit einem Packen Annoncenbcilagen eine Zeitung" (Sienogr. Per. 1898/00 Bd. IIS. 1730 f. — Äbg. Fischbeck. - Aehnlich Abg. Singer a. a. O. S. 1711 f. und Abg. Oertel a. a O. S. 1738). Tie erste Zeitschrift Deutschlands waren die „Fata Erudi- torum“, die Mencke im Jahre 1682 in Leipzig in lateinischer Sprache herausgab (Salomon l S. 89, Witkowski S. >85). Äls erste Monats schrift in deutscher Sprache ließ Thomasins in Leipzig vom Jahre 1688 ab die Schuft „Schertz- und Ernsthaffter, Vernünftiger und Einfältiger Gedanken usw." erscheinen (Salomon I S. 92, Witkowski S. 203). 2) Dafür verliert „die Publikationsform des Buches ... von Jahr zu Jahr an Boden" (Bücher, Vw. S. 248). - „Wer heute der großen Masse etwas zu sagen hat, der muß sich des Sprachrohrs Zeitung bedienen" (Stoklossa S. 565). - Ueber das Verhältnis der Zeitung zur Zeitschrift und zum Buche vgl. Bücher, Ztg. S. 551. Vgl. auch Diez S. 138.