50 3) Unterhaltrmgsblälter. Die Unterhaltungsblätter sind aus den im Anfang des 18. Jahrhunderts aufgekommenen moralischen Wochenschriften, die zum ersten Mal Zeitschriften non ausgesprochener Tendenz darstellten, hervorgegangen. *) Ihr Inhalt besteht neben dem der Unterhaltung gewidmeten Hauptteil vorwiegend aus literarischen und kunstbeflissenen sowie populärwissenschaftlichen, erbaulichen, belletristischen und ähnlichen Artikeln. Außerdem haben die Illustrationen eine gewisse Bedeutung für die Entwickelnng des Kunstsinns. In vereinzelten Abhandlungen über nationalökonomische usw. Themata klären die Unterhaltnngsblätter ihre Leser wohl über interessante Fragen ans dem Gebiete der politischen Oekonomie ans; die Verfolgung materieller Bedürfnisbefriedigung, wie sie bei den sonstigen Zeitschriften immerhin in gewissem Umfange mittelbar oder unmittelbar stattfinden kann, liegt ihnen jedoch fern. Sie bieten daher keinen Anlaß zu besonderen Bemer kungen über die volkswirtschaftliche Bedeutung ihres redaktio nellen Teils. Der Absatz der Unterhaltungsblätter wird jetzt dadurch eingeschränkt, daß andere Blätter ihren Beziehern immer mehr Unterhaltungsbeilagen, die häufig fabrikmäßig hergestellt werden unentgeltlich oder gegen geringe Erhöhung des Bezugspreises- liefern. Trotzdem ist der Wirkungskreis der Unterhaltnngsblätter großer als der der wissenschaftlichen und der fachtechnischen Zeitschriften, da Lesezirkel und öffentliche Lokale in weitem Maße dazu beitragen, die Unterhaltnngsblätter in den verschie denen Bevölkernngsschichten bekannt werde» zu lassen. ß) Anzeigenteil. Da das Verbreitungsgebiet der wissen schaftlichen Zeitschriften und der fachtechnischen Blätter begrenzt ist, ist auch ihr Anzeigenteil für einen engeren, ganz bestimmten Leserkreis berechnet. Anzeigen in diesen Fachblättern können deshalb eher Wirksamkeit haben als Inserate in den eigentlichen Zeitungen, die zwar einem ausgedehnteren, aber nicht so interessierten Leserkreis zu Gesicht kommen. Die Wirkung von Annonce» in Fachblättern kann schon deshalb größer sein, h Salomon I S. 100; Stieda S. 135 ff.