80 allgemeinen Durchschnittssatz der gesamten Berkehrseinrichtung, nicht allein der einzelnen Verkehrsleistung, zu ermitteln, um gewisse Anhaltspunkte sür die Preisbildung zu gewinnen. Dies gilt insbesondere für eine so komplizierte Verkehrs einrichtung, wie sie der Postzeitnngsoertrieb darstellt. Der Zeitungsvertrieb wird von der Post vorzugsweise in engster Verbindung mit sonstigen Dienstleistungen, namentlich mit der Briefpost, ausgeführt. Nur an wenigen Zentralstellen und größeren Orten bestehen Sondereinrichtungen, die aus schließlich dem Zeitungsvertrieb dienen. Unter diesen Ilmständen und wegen der Massenhaftigkeit des Zcitungsvertriebs ist es der Post nicht ohne weiteres möglich, sich über die eigentlichen Kosten des Zeitnngsdienstes auf dem laufenden zu halten. Die ungefähren Kosten können jeweils nur auf Grund höchst umständlicher und kostspieliger Spezial-Ermittelungen festgestellt werden. In der Praxis liegt hierzu für gewöhnlich keine zwingende Notwendigkeit vor. Da aber, wie erwähnt, eine Tarifbildung nicht ohne eine gewisse Berücksichtigung der Selbstkosten vorgenommen werden kann, genügt es, wenn g. F. zu diesem Zwecke Berechnungen auf Grund besonders an gestellter Ermittelungen und praktischer Erfahrungen in Betracht gezogen werden. Dies hat die Post s. Zt. für das Jahr 1897 getan.st 8 9. Der finanzielle Ertrag der Tarife. Der im Jahre 1821 eingeführte Tarif nach der Bogen zahl der Zeitungen trug nur einem geringen Verkehr und einfachen Verhältnissen Rechnung. So lange die vorhandenen Betriebseinrichtungen zur Bewältigung des Verkehrs aus reichten, war im allgeineinen eine günstige Rückwirkung der Verkehrszunahme auf die Ertragsverhältnisse möglich. Als der Zeituugsvertrieb im dritten und vierten Jahrzehnt vorigen Jahrhunderts umfangreicher und komplizierter wurde, genügte die Verkehrssteigeruug nicht, den Ertrag zu heben, weil sich st Drucks, d. Reichstags 1898/00 Ant. Bd. II S. 1001 und Bd. III S. 2127.