82 aus, beim die Zeitungen wurden schließlich von der Post dauernd unter den Selbstkosten vertrieben.^) Im Jahre 1897 betrugen die Selbstkosten des Post zeitungsvertriebs 6178362 M.,^) die Einnahmen an Zeitungs gebühren beliefen sich auf 4484797 M.?) so daß sich ein Wochen- Jahrespreis Durchschnitts- Name der Zeitung ausgaben in M. in Pf. 1867 1913 1867 1913 1867 1913 Breslauer Zeitung . . . 12 18 30 30 4,8 3,2 Danziger Zeitung . . . >2 12 20 10,60 3,2 1,7 Frankfurter Zeitung . . 13 19 35 36 5,2 3,6 Hamburger Nachrichten . 6 12 45 36 14,4 5,7 Kölnische Zeitung . . . 7 25 34 36 9,3 2,8 Leipziger Zeitung . . . 6 6 30,70 12 9,8 3,8 Rhein- und Ruhr-Zeitung 12 13 18,40 9.60 2,9 1,4 Schlesische Zeitung . . . 12 18 30 24 4,8 2,6 Schwäbischer Merkur . . 6 12 20,70 16,60 6,6 2,7 Staatsbürger-Zeitung . . 7 6 16 13,20 4,4 4,2 Vossische Zeitung . . . 6 13 28 30 9,0 4,4 Weser-Zeitung .... 12 18 31,30 28 5,0 3,0 1) Der Generalpostdirektor Stephan erklärte im Jahre 1871 bei der Beratung über den Entwurf zum Postgesetz im Reichstag, daß 1870 durch die Post 200 Millionen Zeitungsnummern vertrieben und dafür nur 500000 Taler vereinnahmt worden seien, also durchschnittlich noch nicht l Pf. für eine Nummer. Hierfür sei die Beförderung nach allen Winkeln der Erde usw. erfolgt. Der Zuschuß, den der Zeitungsdebit erfordere, stelle Opfer dar, die für die nationale Presse geleistet würden (Stenogr. Ber. 1871 Bd. I S. 663 f.). Die Zahl der gebührenpflichtigen Zeitungsnummern stieg im Reichspostgebiet in dem Zeitraum von 1871 bis 1900 von 202^, Mil lionen auf 1150 Millionen, d. h. um 467°/ 0 ; die Zeitungsgebühren- Einnahme erhöhte sich in der gleichen Zeit von 1760326 M. auf 5975 906 M., d. h. nur um 239,5°;' 0 . Während 1871 die durchschnitt liche Gebühr für eine ZeitungSnummer 0,87 Pf. betragen hatte, belief sie sich 1900 nur noch auf 0,52 Pf. (Begründung zur Neuordnung des Postzeitungsgebührentarifs in der Postgesetznovelle von 1899 in den Stenogr. Ber. 1898/00 II. Anl. Bd. S. 997 und Schmidt S. 69). Im Reichstag wurde die Besorgung der Zeitungen durch die Post unter den Selbstkosten gelegentlich bemängelt; es sei nicht zu billigen, daß dafür die Steuerkraft der Bevölkerung in Anspruch genommen und vielen Verlegern gewissermaßen „Liebesgaben" aus der Reichskasse gezahlt würden (Stenogr. Ber. 1895/97 Bd. VI S. 4338, 1897/98 Bd. II S. 794). 2) Stenogr. Ber. 1898/00 II. Anl. Bd. S. 1001 und III. Anl. Bd. S. 2127. 3) a. a. O. II. Anl. Bd. S. 997.