24 Das Kapital. Die praktischen Beispiele von Bilanzen zeigen die in der Praxis gehandhabte unterschiedliche Anordnung. Die einmal getroffene Ordnung soll ohne zwingende Gründe nicht geändert werden. Der rechtliche Inhalt der Inventarbilanz ist genügend ge kennzeichnet; der wirtschaftliche möge durch die vorstehende Aufstellung erläutert werden *). Die Passivseite einer Vermögensbilanz zeigt, auf welchem Wege der Unternehmer sich die Mittel zum Betriebe seiner Unter nehmung beschafft hat, sowie das Größenverhältnis zwischen fremden und eigenen Mitteln. Die Aktivseite hingegen gibt an, wie diese Mittel verwendet wurden. In dieser (subjektiven) Auf fassung steht das werbende Kapital rechts, das erworbene links. Vom Standpunkt der Unternehmung aus betrachtet, bilden die Betriebsmittel (links) das dem Erwerbszwecke dienende, das „werbende“ Kapital (objektive Auffassung). Technik und Kritik der Bilanzen sind ausführlich im 2. Bande behandelt. 3. Abschnitt. Vermögens- und Kapitalbildung, Kapitalverbrauch. I. Kapital im Sinne der B. — eigenes Kapital, eigene Mittel, Reinvermögen — ist der Wertunterschied zwischen Vermögen und Schulden. In der Regel ist es eine Rechnungsgröße, das Ergebnis einer Subtraktion, und nicht als ein selbständig vorhandener Güterkomplex greifbar. Das Subtraktionsergebnis ist von der Richtigkeit der beiden anderen Größen abhängig. Ist eine der beiden falsch berechnet, ist auch das berechnete Kapital falsch. Ob das berechnete Kapital tatsächlich vorhanden ist, hängt wiederum von der Bewertung des Vermögens und der Schulden ab. Bücherabschluß und Schlußbilanz haben bei fortgesetztem Geschäftsbetrieb nur die Bedeutung einer Rechnungsoperation von größerer oder geringerer Richtigkeit. Es sind Wahrscheinlich keitsrechnungen, die je nach Absicht und gutem Willen des Be rechnenden optimistisch oder pessimistisch sind. Eine dritte unparteiische oder unbeteiligte Person wird unter gleichen Ver- i) Ausführlicher in der Privatwirtschaftslehre, § 60.