IO JIToor erstreckt. Verschiedene größere und kleinere gehölze bieten angenehme Qufenthalksorte. Oie gärten zwischen den einzelnen Fluren sind in der Lommerzeit von zahlreichen Schmetterlingen be lebt. Lluch fehlte es nicht an mannigfachen Blumen, die oft von den Lcb ilern in Herbarien gesammelt wurden. Im Frühling wurde damals am Himmelfahrtstage ein Lest gefeiert, welches die Jugend sehr bewegte. £s wurden die Eingänge der Häuser, namentlich die Vorgärten, mit Veilchen und Butterblumen in vorgeschriebenen Normen geschmückt. Es war eine Ehre für alle Bewohner, den sogenannten Brautpfad möglichst geschmackvoll einzurichten. Oie Kinder suchten am vorangehenden Lonntag den ganzen Lag hindurch zene Veilchen und Butterblumen. Wahrscheinlich erklärt sich fene Sitte aus irgendeinem Ereignis, welches früher das ost- friefifche fürstliche Haus betroffen hatte. Oie Litte war lediglich auf Vurich beschränkt. In der frühesten Morgendämmerung be trachtete man die verschiedenen Llusschmückungen und verglich sie mit den andern. Wer sich sener Litte entzog, der mußte manchen Lchabernack erdulden; die Primaner aber vergnügten sich in der Lrühe mit Kegelschieben. Oa die damaligen Wege wenig erfreulich waren, so wurde die Beförderung durch die sogenannten Lchüten (Llachbooke) auf dem Kanal von Vurich nach Emden stark benutzt. Lie waren bezeich nend für das damalige ruhige und bequeme Leben. Diese Llach- boote, welche ein Verdeck hatten, wurden von zwei Pferden gezogen. Lie mußten durch die einzelnen Lchleusen herunter oder hinauf gebracht werden. Während dieses Lchleusens konnte man sich einige Zeit erlaben oder aussteigen. Von diesem Llachboot war die Hälfte, die sogenannte Kasüte, für das gebildete Publikum be stimmt, das behaglich dort seinen Lee kochen konnte, während der sogenannte Kaum für die gemüsefrauen bestimmt war. Je näher dieser Kanal nach Emden kam, um so reicher wurden die Landsitze, und schließlich tauchte die alte Ltadt mit ihren stattlichen Wällen und Windmühlen auf. 37achbarsiädte on den benachbarten Ltädten traten in meinen gesichtskreis namentlich Emden und Esens, mit denen uns engere Lamilien- beziehungen verbanden. Emden bewahrte noch immer das Bild einer gesunkenen, aber würdigen größe. Leine Blütezeit lag in der zweiten Hälfte des i6. Jahrhunderts. Es hat damals während der Lreiheitskämpfe der Niederländer gegen die Lpanier eine große Kölle gespielt. Viele vertriebene haben dort Zuflucht gefunden, und