OOOOOOOCOöOOOOOOOOOOO 18 ooooooooooooooooooooc Teil den einzelnen Lehrern überlassen. Buch wurde UNS wenig künstlerische Ünschauung geboten; wir erhielten z. B. kein genügen des Bild von den klassischen Ltätten des antiken Lebens. Über alle diese Mängel überwog der Borteil einer selbständigen und eigen tümlichen Lnkwicklung. Jeder konnte seine eigene Llrt entfalten, und man hatte genügende Zeit, seinen besonderen Interessen nachzugehen. Es herrschte noch nicht die unglückselige Einrichtung des sogenann ten Treiwilligen-Lxamens. Lie hat den Htand der höheren Lchulen aufs schwerste geschädigt; die militärischen und die bureaukratischen Interessen überwogen dabei die der geistigen und seelischen Lnt- wicklung; nainentlich die niittleren Klassen haben sehr darunter gelitten. Hannover und Ostfriesland kannten damals sene unglück liche Linrichtung nicht. Wir alle, welche wir zenes gymnasium besucht haben, bewahren den dortigen Lehrern und der dort herrschenden Denkweise eine auf richtige Dankbarkeit. Ls kann fremde nicht interessieren, wenn ich das Bild der einzelnen Lehrer zeichne; ich möchte nur hervorheben, was charakteristisch war. Direktor war Kothert, ein Westfale, der von der Ltudienzeit her der Burschenschaft eine treue Ünhänglichkeit bewahrte. Lr hat die Leitung dieses gpmnasiums in tüchtiger Weise geführt und gute Disziplin gehalten. Lr führte uns im griechischen Unterricht rasch zur Lektüre der Odyssee und hat uns dadurch un- vergestliche Lindrücke geboten. Unter den anderen Lehrern zolle ich Dank und freundschaftliche Gesinnung dem Konrektor Kuprecht. Lr war der erste, der sich mit besonderer Wärme ineiner geistigen Lntwicklung annahm und es durchsetzte, dast ich eine Klasse, die Obertertia, übersprang. Leider hat später ein zunehmendes Ohren leiden seine Lehrtätigkeit vorzeitig gehemmt, aber dauernd bin ich mit ihm in freundschaftlicher Korrespondenz geblieben. Der spätere Direktor Bolkmar führte uns Primaner geschmackvoll und feinsinnig in Meisterwerke der antiken Literatur ein, der Konrektor Tunck liest uns die französische Literatur schätzen, der Konrektor Möhring för derte meine mathematischen iBeigungen. Bei weitem den stärksten Lin- flust aber hatte der Kektor Wilhelm Keuter, welcher Klassenlehrer der Sekunda war und sowohl durch den Religionsunterricht als durch den deutschen Unterricht in den beiden oberen Klassen mit auster ordentlicher Diese und Wärme auf die Seelen wirkte. Lr war von Haus aus inehr Theologe als Philologe, aber er war auch als Philosoph ausgebildet und hatte sich namentlich gründlich mit Hegel und mit Krause beschäftigt. Der Kern seines Lebens aber lag in einem tiefen religiösen und moralischen Wirken auf die gemüter, er setzte seine ganze Persönlichkeit dafür ein und gab sich eine un sägliche Mühe mit federn einzelnen, um ihn nicht blost intellektuell, sondern geistig und namentlich moralisch zu bilden. Lr war