sch äst sich berufen, dem Willen Deutschlands einen kräftigen Qus- druck zu geben. Ls war für Hannover namentlich der io. Januar 1864, wo eine Landesversammlung aus allengegenden des König reiches abgehalten wurde, um die eigene Regierung zu einem kräftigen vorgehen zu treiben. Luch manchen Ltudenten schien es erwünscht, fene Versammlung zu besuchen. Wir fuhren in tiefer Wacht mit einem sehr langsamen Zug nach Hannover, besich tigten die dortigen Museen und verübten natürlich auch manche kleine Webereien. Mittags war fene Versammlung sehr siark be sucht. Unter den Hauptrednern war auch unser verehrter Lehrer Lauppe. Ich hahe diese Weden mit großer Hingebung verfolgt, aber ich habe sofort den Lindruck empfangen, daß in solchen Massenversammlungen nicht der gehalt und die Wucht der Über zeugung entscheidet, sondern die Verwendung möglichst schroffer und leidenschaftlicher Üusdrücke. Lchon von da an sind mir solche Massenversammlungen in hohem grade unsympathisch gewesen. Qm Qbend hatten wir noch eine besondere Treude, die uns sogar zu einer gewissen politischen Demonstration verhalf. Qn fenem Qbend wurde die Oper „Templer und Jüdin" gegeben. Oie Haupt rolle hatte Wiemann, der damals auf der Höhe seiner Kunst und seines Wuhmes stand. Lr sang eine Qrie, die den Wortlaut hatte: „Du stolzes Lngland freue dich" usw. Ltatt aber diese Worte zu singen, sang er aus der damaligen Ltimmung heraus: „Du stolzes Lngland schäme dich" usw. und setzte einige kräftige Worte gegen Lngland hinzu. In dem Qugenblick, wo er solche Worte sagte, er hoben sich sämtliche Ltudenten, brachten dem Länger ein be geistertes Hoch und baten dringend um eine Wiederholung jener Worte. Die Musik schwieg, er sang trotzdem. Der anwesende König zog sich mit seiner Umgebung zurück, wir aber hatten das gefühl, eine große Lache geleistet zu haben. Wiemann hat den Vorfall in seinen Lrinnerungen erwähnt und berichtet, daß er damals in eine unbedeutende Geldstrafe genommen worden fei. Qm folgen den Tag wurde unserem verehrten Lehrer eine Huldigung durch einen Lorbeerkranz überbracht. Wir ließen es aber nicht bei jenen Worten bewenden, sondern wir bildeten eine Qrt von Freikorps zugunsten und zur Verteidigung der Wechte des Herzogs von Qugustenburg. Ls wurde das leidlich organisiert; frühmorgens wurde unter der Leitung eines verabschiedeten Offiziers exerziert, göttinger Bürger waren so freundlich, uns mit gewehren zu versehen, die aber meist so veraltet waren, daß ihre Verwendung nicht ungefährlich war. Qllzu streng ging es dabei nicht zu. Den Feldwebeln, die unsere Übungen im einzelnen leiteten, wurde eindringlich ein höfliches Benehmen eingeschärft. Immerhin übten wir uns und hatten einmal einen großen Übungsmarsch, der damit schloß, daß ein Teil der