ötuöenten ein Wirtshaus besetzen, her größere Xets aber dieses Haus erstürmen sollte. Dabei wurden natürlich manche lenster zerschlagen. Schließlich einigten die Parteien sich beim glase Bier, und der Besitzer erhielt eine reichliche Lntschädigung. Bald aber wurde die Hache ernster; das eherne Waffenspiel um Schleswig begann, Dann kam die Neugestaltung der Verhältnisse; für unsere Bestrebungen war kein Platz, sie konnten leicht als Spielereien er scheinen. Liber es war doch bedauerlich, daß die darin erwiesene gesinnung bei den Staatsmännern nicht das mindeste Verständnis fand, daß alles „von oben" geordnet wurde. Inzwischen verfolgte ich eifrig mein wissenschaftliches Ziel. Die Hache verlief nicht glatt, es waren ernste Zweifel zu überwinden. Ich hatte das Htudium der Philologie und der Philosophie in dem guten glauben begonnen, beide Wissenschaften mit gleichem Lifer betreiben zu können. Nach und nach aber wurde mir klar, daß das auf die Dauer nicht möglich war. Wein unbegrenzter Wissens durst trieb mich dazu, in den beiden ersten Lemestern ungeheuer viele Vorlesungen zu hören und allen Ünregungen zu folgen; so wurden z. B. Politik, Neligionsphilosophie, Hanskrit mit Übungen usw., dazu die wichtigsten philologischen Vorlesungen betrieben. Ls mußte mir einleuchten, daß eine Lntscheidung nach dieser oder fener Heike notwendig sei. Nun boten die damaligen philologischen Vorlesungen für meine philosophischen Interessen recht wenig. Im Hintergründe hatte ich noch immer die mathematischen Interessen, und so erwog ich ernstlich den Plan, die Philologie aufzugeben und mich der Naturwissenschaft und der Mathematik zu widmen. Ich war schon nahe daran, niich als Ltudiosus der Naturwissen schaften einzuschreiben; meine gute Mutter war trotz der unverkenn baren Nachteile, die der Wechsel des Studiums bringen mußte, einverstanden. Da betrat ich zu Beginn des dritten Semesters das philologische Seminar und erfuhr, daß ich neben anderen zuni ordentlichen Mitglied des Seminars ernannt fei. Diese Tatsache gab mir doch zu denken. Ich konnte nicht ganz unbegabt für die sprach lichen Studien sein, wenn mir zene geschätzte Mitgliedschaft so zufiel. Zch sah einen Wink des Schicksals darin, die alte Bahn getrost weiter zu verfolgen, und ich habe diese Lntscheidung bald als durchaus richtig erkannt. Denn meine Begabung lag nicht in der Natur wissenschaft, sondern in den geisteswissenschaften und in der ihnen verbundenen Philosophie. freilich war nicht zu verkennen, daß durch zene Wendung die Philosophie, wenn auch nicht meiner Zrundüberzeugung, so doch meiner Arbeit ferner rückte. Über ich war viel zu jung und viel zu unreif, um mir in der Philosophie einen eigenen Weg zu suchen. So habe ich nun niit größerer Treude und Konzentration mich den philologischen Üufgaben gewidmet, Lucken, Lebenserinnerungen, 3