SpIoefkrabenÖ den Berliner Dom und erwarteten bewegten Herzens die weitere Zukunft. Dann aber brachte schon der y. Januar eine Wendung. Der Stadtschulrat Hoffmann teilte mir mit, ich solle als Probekandidat am Sophien-gpmnasium eintreten. Damit gewann ich einen festen Boden in Berlin; ich sollte auch sofort eine gewisse Linnahme erhalten. Zunächst freilich war diese Wendung recht bescheiden, auch forderte ste einen unbequemen Wechsel unserer Wohnung. Der Weg zu meinem gpmnasium betrug eine volle halbe Stunde, man hatte damals noch nicht die bequemen Beförderungsmittel der gegenwart. Über noch bevor wir diesen Wohnungswechsel vollzogen, ergriffen mich neue Üufgaben und führten mich von Berlin fort. £s war damals eine gute Zeit für junge Philologen; innerhalb eines halben Jahres habe ich nicht weniger als drei verschiedene Angebote erhalten, die teilweise sehr verlockend waren. Bor allem wünschte der damalige Leiter des preussischen Schulwesens, geheimrat Wiese, daß ich einen er krankten Oberlehrer in Stolp vertrete. Ls war ein nicht geringes Lrstaunen bei den damaligen Kollegen, daß ich unmittelbar zum Lhef des preußischen gelehrtenschulwesens berufen wurde. £r bot mir jene Stolper Stelle in sehr freundlicher Weise an und war nicht wenig befremdet, als ich dies mit aufrichtigem Dank, aber entschieden ablehnte. Weine Kollegen fürchteten schon, ich hätte dadurch meine Laufbahn schwer geschädigt. Über ganz bald kam wieder eine neue Aufforderung von Wiese, ich solle eine gut- dotierte Stelle als Oberlehrer am gymnasium und an der Real schule von Husum (Schleswig) annehmen. Ich hatte zunächst ver zweifelt wenig Lust zu dieser Aufgabe. Ich berief mich auch bei Wiese darauf, ich sei noch zu jung für die dortige Stelle, dazu noch Probekandidat. Das machte auf Wiese nicht den mindesten Lin- druck, es sei das, so meinte er lächelnd, ein Wangel, der sich mit jedem Tage verringere. Ich erbat mir eine Bedenkzeit von einem Tage. £r erklärte diese Bedenkzeit für völlig überflüssig, gestattete sie aber schließlich. Ich stürzte zu meiner Wutter und zuTrendelen- burg und wir überlegten, was zu tun sei. Weine Wutter war außer sich, weil sie ein Scheitern meiner wissenschaftlichen Pläne befürchtete. Trendelenburg teilte die Bedenken, riet aber schließlich trotzdem jene Stellung anzunehmen. £in Beharren auf meiner Weigerung würde mich in eine unerquickliche Lage bringen, die für einen jungen gelehrten, der am Anfang seiner Laufbahn siehe, be denklich wäre. Ich solle, so meinte Trendelenburg, guten Wutes nach Husum gehen, dort Tüchtiges leisten und in der dortigen Kühe wissenschaftlich weiterarbeiten. Die Berliner Treunde würden schon dafür sorgen, daß ich nach einiger Zeit wieder nach Berlin käme. Dem gewicht dieser gründe konnte ich mich nicht entziehen,