— 6 dere, neu einzurichtende staatliche Stellen diese Wirtschaftsmaßnahmeu dem Staatsbetrieb einzugliedern hätte. Das Ziel würde vor allem dadurch erreicht werden, daß das System der Verbände ausgestaltet, Produktion und Konsum möglichst unmittelbar miteinander verbunden werden. Die Verstaatlichung würde ein wichtiges Mittel sein, um gewisse Verbindungen zu erleichtern oder um Widerstand zu be seitigen. Vor allem würden aber die staatlichen Stellen die maß gebende Willensbildung auf dem Gebiete der Produktion und des Verbrauchs in der Hand haben. Dieses Vorgehen würde den großen Vorteil gewähren, daß ein ausgebildeter gesellschaftstechnischer Apparat zur Verfügung stünde und eine große Zahl fähiger und entsprechend vorgebildeter Köpfe verwendet werden könnte, deren Mitarbeit die Wirtschaftlichkeit der Sozialisierung wesentlich erhöhte. Die Schwierigkeiten, welche sich einem solchen Plan entgegenstellen, sind vorwiegend politischer Natur. Auf der einen Seite mißtrauen sozialdemokratische Kreise den Unternehmern und den mit ihnen ge sellschaftlich oder gemütsmäßig verbundenen Kreisen aufs äußerste. Sie übergeben den Unternehmern nicht gern weitgehende Machtbefug nisse, mag dies auch durch deren Fachkenntnis gerechtfertigt scheinen, weil jede Macht leicht auch politisch verwendet werden kann. Auf der andern Seite ist die Zahl der Unternehmer und ihrer Anhänger zunächst gering, welche die Sozialisierung auf alle Fälle für unabwend bar ansehen und ernstlich daran denken, innerhalb der neuen Ord nung die Produktion und Verteilung in veränderter Stellung mit zu leiten. Gar viele von ihnen sind zu äußerstem Widerstand entschlossen und wollen, wie gewisse politische Konservative, mit fliegenden Fahnen untergehen. Zum Teil ist dies Verhalten durch die Sorge begründet, die Sozialisierung werde eine Vernichtung ihrer Existenz bedeuten, zum Teil durch die Annahme, es sei doch noch möglich, die Soziali sierung endgültig abzuwehren und eine Wiederkehr der überlieferten Zustände herbeizuführen. Auch gibt es nicht wenige, welche davon überzeugt sind, eine sozialisierte Ordnung werde noch unwirtschaft licher sein als eine nichtsozialisierte. Die Sozialisierung ist dort am leichtesten möglich, wo die Durch organisation und Zentralisation der Wirtschaft besonders weit fortgeschritten ist; die planmäßige Verwaltung aller Kräfte liegt dort am nächsten, wo die Not zu weitestgehender Sparsamkeit drängt. Ein Volk, welches, wie das deutsche, weitgehend organisiert und überdies in Not ist, wird daher der