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Die Sozialisierung setzt voraus, daß ein Wirtschaftsplan
durch irgendeine entscheidende Zentralstelle verwirklicht wird. Eine
solche Verwaltungswirtschaft muß nicht sozialistischer Natur
sein, sie kann z. B. einer bevorrechteten Menschengruppe günstigere
Lebenslagen sichern; in Sparta sicherte eine Art Verwaltungswirtschaft
den Spartiaten die Arbeitserträge der Heloten. Sie muß auch nicht
unbedingt in der Hand des Staates liegen; der Ausdruck Verwal-
tungswirtschaft ist daher mit dem Ausdruck Staatssozialismus nicht
bedeutungsgleich.

Einen Sozialisten nennen wir den, der für eine Verwal-
tungswirtschaft mit s o zia 1 i s t i s ch e r V e rt e il u ng eintritt,
das heißt: einer Verteilung, welche nach allgemein gültigen
Grundsätzen unter Berücksichtigung persönlicher Leistun-
gen und persönlicher Eigentümlichkeiten, wie Alter, Ge-
schlecht, Gesundheitszustand usw. erfolgt, aber keine Gruppenvorrechte,
keine Vorrechte der Geburt, des Standes, des Erbrechtes usw. kennt.
Die Lebenslagen der Einzelnen können innerhalb einer sozialistischen
Ordnung grundsätzlich sehr erhebliche Unterschiede aufweisen, so
könnten zum Beispiel gewisse gesellschaftlich erwünschte Höchst-
leistungen besonders prämiiert werden.

Von einer vollständigen Verwirklichung des Sozialismus kann man
im allgemeinen aber erst dann sprechen, wenn sowohl die sozialistische
Verteilung, als auch die planmäßige Verwaltung der Produktion
durch die Gesellschaft erfolgt. Daß der Sprachgebrauch in
dieser Hinsicht freier ist, zeigt aber etwa die Bezeichnung: soziali-
stische Monarchie. Sie erscheint gegeben, wenn ein Monarch die
sozialistische Wirtschaftsordnung auf Grund seiner absoluten Gewalt
verwirklicht. So könnte auch die planmäßige Produktion und Vertei-
lung nach allgemein gültigen Grundsätzen durch ein Zusammenwirken
von Industrieverbänden, Agrarverbänden, Konsumen-
tenverbänden usw. erfolgen. Wenn dagegen die Gesellschaft durch
eine entsprechend gewählte Volksvertretung Produktion und Verbrauch
zentralistisch und in gewissem Sinne bürokratisch regelt, dann ist
eine sozialdemokratische Lebens Ordnung gegeben. Es
kann aber auch an die Stelle der demokratisch gewählten Volks-
vertretung mit ihrem Verwaltungsapparat unter Umständen das poli-
tischen Zwecken dienende Rätesystem treten; übereinandergestaf-
felte Räte als Leiter der Produktion, die sich schließlich zu einem Rat
der Räte zusammenschließen, sollen gewissermaßen die Bürokratie an
allen Stellen durch Vertretungskörper ersetzen. Daß die Arbeiter jedes