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Vordergrund stehen, zeigen uns alle Abmachungen und Verhand-
lungen der letzten Zeit.

Der Kompensationsverkehr erzwingt heute eine weitgehende Orga-
nisation der Aus- und Einfuhr. Er legt aber damit auch eine Organisa-
tion der inländischen Vorratshaltung nahe. In Lagerhäusern
müssen die exportreifen Waren ebenso wie die eben importierten ein-
gelagert werden. Die Übersichtlichkeit des gesamten Warenverkehrs
wächst dadurch bedeutend, was durchaus im Interesse einer plan-
mäßigen VerwaltungsWirtschaft und damit auch der Sozialisie-
rung gelegen wäre. Eine Großvorrats Wirtschaft würde vor-
aussichtlich auch für die zwischenstaatliche Zahlungspolitik und für
die Notenbankpolitik von Bedeutung werden, wenn auch Verknüpfungen
dieser Art nur mit besonderer Vorsicht gemacht werden dürfen, jeden-
falls nur im Rahmen umfassender Maßnahmen, nicht etwa für sich
allein.

Wo wir hinblicken, sehen wir heute ein Vordringen naturalwirt-
schaftlicher Tendenzen. Der Tauschhandel in kleinem Stil ist ja
jedermann zum Überdruß bekannt. Aber auch in größerem Umfang
ist der Austausch von Naturalien vorgekommen. Einzelne Regierungs-
präsidenten haben wahrend des Krieges die Abgabe von Zucker usw.
an die bäuerliche Bevölkerung mit Erfolg von der Lebensmittelabliefe-
rüng abhängig gemacht. Wie weit die Zerrüttung unseres Geldwesens,
wie weit die Rationierungen die Naturalwirtschaft förderten, soll hier
nicht weiter erörtert werden. Wohl aber sei wenigstens ganz flüchtig
darauf hingewiesen, daß mit der Einführung von Naturalsteuern
und ähnlicher Einrichtungen ernstlich gerechnet werden muß.
Das Geld- und Kreditwesen ist derart gefährdet, daß möglicherweise
der Staat nur dann über die erforderlichen sachlichen Mittel verfügen
kann, wenn er sie unmittelbar in die Hand bekommt. Es ist nicht aus-
geschlossen, daß ein Staat, welcher über Naturalmengen gebietet, im
Auslande größeren Kredit genießt als einer, welcher bloß Geld an-
bieten kann, dessen Kaufkraft unbestimmt und zweifelhaft ist. Gerade
in Zeiten der Unruhe und Unsicherheit sind Naturalien erwünschte
Pfandgegenstände. Wir sehen ja auch, wie die Entente vor allem
Maschinen, Rohstoffe usw. fordert, wie ja auch die Mittelmächte vor
allem Naturalien von Rumänien, von der Ukraine zu erlangen trach-
teten.

Wir müssen uns endlich von veralteten Vorurteilen befreien und
in der Großnaturalwirtschaft eine vollwertige Wirtschaftsform
erblicken, welche heute um so bedeutsamer ist, als jede vollstän-