11 mehr Ware bekommen; er steigt, wenn wir weniger Ware dafür beziehen können. Zu unterscheiden ist zwischen innerem und äußerem Tausch wert des Geldes. Beim inneren Tauschwert (Binnenwert) wird der Wert des Geldes ausgedrückt in der Menge der Waren fund Leistungen), die man innerhalb des Bereichs einer Volkswirtschaft für bestimmte Geld einheiten kaufen kann. Die Kaufkraft des Geldes wird also gemessen an den Warenpreisen oder richtiger an den Preisverschiebungen. Ein Steigen des Geldwertes ist gleichbedeutend mit Fallen der Preise und umgekehrt. Bei einer Steigerung des Geldwerts (Deflation) erhalten die Gläu biger von ihren Schuldnern mehr zurück, als sie ihnen einst gegeben haben, während bei sinkendem Geldwert (Inflation) die Schuldner auf Kosten der Gläubiger bereichert werden. Der äußere Tauschwert (intervalutarischer oder Kurswert) besagt, welche Menge Geldeinheiten der eigenen Währung im zwischenstaatlichen Verkehr für Geldeinheiten einer anderen Währung ausgegeben werden müssen. Das eigene Geld wird in fremdem Geld bewertet und umgekehrt. So wurden für einen amerikanischen Dollar im Juli 1920 4.20 Mark, im Novem ber 1923 4200 Milliarden Mark gezahlt. Die Frage, worauf die Schwankungen des Geldwerts zurückzuführen und welche Maßnahmen zur Stabilisierung des Geldwerts zu ergreifen sind, haben Theorie und Praxis eifrig beschäftigt. 2. Der innere Tauschwert a) Die Quantitätstheorie Die bloße Ansammlung von Edelmetallen schien den M e r k a n t i l i st e n als Grundlage des Reichtums. Warenausfuhr und Kolonien waren die Ziele ihrer Wirtschaftspolitik, weil sie sich davon eine Anhäufung von Gold und Silber im eigenen Land versprachen. Als statt des erhofften Wohl standes eine allgemeine Preissteigerung eintrat, vermochte man nicht, diese zu erklären. Da stellte der französische Historiker Bodin in seinem „Dis- cours sur le rehaussement et diminution des monnayes" (Paris 1578) die Theorie auf: „Die Menge des Goldes und Silbers verursacht zum wesent lichen Teil die Teuerung aller Dinge." Die Preissteigerung führte er auf die Zunahme der Edelmetallbestände und die Vermehrung des Metallgeldes zurück, die seit Entdeckung der Neuen Welt erfolgt sei. Damit war die