Das Wort „Währung" wird von dem mittelhochdeutschen weren = gelten abgeleitet und kommt in wesentlich verschiedenem Sinne vor. Unter der Bezeichnung Währung werden „alle Erscheinungen und Einrichtungen zu sammengefaßt, die die E i n h e i t bestimmter Geldverfassungen nach Form und Inhalt ausmachen" )F. Gutmann). Währung als Gesamterschei nung nationaler Geldverfassungen wird gekennzeichnet durch die Staats gewalt, auf deren Herrschaftsgebiet sie sich erstreckt: deutsche, eng lische, französische Währung usw. Nach der stofflichen Beschaffenheit werden unterschieden: Gold-, Silber-, Papierwährung usw., nach den Namen der Wert e i n h e i t: Reichsmark-, Pfund-, Franken-, Lire-, Schillingwährung usw. Im engeren Sinne ist Währung die vom Staate als gesetzliches Zah lungsmittel anerkannte Geldart, in der jedermann Beträge in jeder Höhe zahlen kann oder zahlen ni u ß. Für das der Währung zugrundeliegende Metall besteht unbeschränkte Prägefreiheit, d. h. jeder hat das Recht, aus Münzmetall -- und zwar aus Gold, wenn Goldwährung, aus Silber, wenn reine Silberwährnng oder aus beiden Metallen, wenn Doppel währung herrscht — von der Münze, gegen Entrichtung der Prägekosten, sich gesetzliches Geld prägen zu lassen. Praktisch ist dies kaum vorgekommen, da bei den neuzeitlichen Goldwährungsverfassungen die Zentraknotenbank Gold zu einem festgesetzten Preise anlauft, der dem Wert der ausgeprägten Münze entspricht. Der Preis für Gold steht dann also fest. Die Nach frag e zu diesem Preise ist unbegrenzt; beweglich aber ist das Angebot. Nach der Währungstheorie ergibt sich folgende Reaktion des Angebots: Hohe Goldproduktiou bedeutet reichliche Geldversorgung, steigende Preise, steigende Goldförderungskosten, verminderte Rentabilität der Gold produktion und daher schließlich Verringerung der Golderzeugung. Um gekehrt verhält es sich bei niedriger Goldproduktion. Anders ist die Lage bei „freier Währung", wie sie zur Zeit in E n g l a n d besteht: Die englische Münze prägt nicht mehr Goldmünzen für Privat rechnung, und die Bank für England kauft nicht mehr Gold zu einem sich gleichbleibenden Preise. Zu welchem Preise und in welchen Mengen in England Gold angekauft wird, bestimmt von Fall zu Fall die für die Währungspolitik zuständige Stelle: der Währungsausgleichs, s o n d s, eine Abteilung des Schatzamts. Auch die Schweiz und Holland haben sich hinsichtlich des Goldankaufs- 27