39 mit der Weltwirtschaft verknüpft hatte, ist zerrissen. In raschem Tempo ging die Abwertung, die ein chirurgischer Eingriff in einen kranken Wirtschafts körper war, vor sich. Ein Land nach dem andern wertete ab, in der Hoff nung, dadurch seine Austauschposition mit dem Ausland zu verbessern oder des Preisverfalls und der Deflationserscheinungen im Inneren leichter 'Herr zu werden, oder um beides zu erreichen. Die Abwertung stand in vielen Ländern am Ende ihrer Deflations- Politik, die das Gleichgewicht zwischen Preisen und Kosten, das durch die Weltwirtschaftskrise in Unordnung gekommen war, erzwingen wollte. War dies im langwierigen Prozeß der Deflation nicht zu erreichen, so er folgte als letzter Ausweg die Abwertung, die treffend als „Deflation an einem Tage" bezeichnet worden ist. Während die D e f l a t i o n die Krise aufzuhalten sucht durch eine Ver minderung der umlaufenden Geldmittel — im Gegensatz zur In flation, die eine wirtschaftliche Notlage durch vermehrte Noten ausgabe beseitigen will, ohne daß sich dadurch gleichzeitig das Waren angebot erhöht —, erfolgt durch eine Währungsabwertung sD e v a l v a - tion) keine Änderung der Geldmenge. Geändert wird nur das Wertverhältnis zwischen Inlands- und Auslandsgeld: der Ausländer kauft in dem Lande, das abgewertet hat, der Höhe der Abwertung ent sprechend billiger, während die Bürger des Landes, das abgewertet hat, die Waren, die sic im Ausland kaufen, entsprechend teurer bezahlen müssen. Im Inland ändert sich der Geldwert nach der Abwertung zunächst nicht; nach lind nach aber steigen langsam die Preise, da die aus dem Ausland bezogene Ware teurer wird. Je größer, geldmäßig und prozentual zur Jnlands- erzeugung betrachtet, die Einfuhr ist, in desto höherem Grade wirkt sich dies auf die Inlandspreise aus. Das gilt insbesondere auch insofern, als durch die aus dem Ausland stammenden Rohstoffe die Inlandsware ver teuert wird. Die weitere Folge ist dann, entsprechend der verminderten Kaufkraft des Geldes, ein Nachrücken der Löhne; höhere Löhne wieder haben eine Preissteigerung der im Jnlande erzeugten Waren zur Folge. Eine Preisüberwachung kann die Preissteigerungen in gewissen Grenzen halten, sie aber, wenn naturbedingt, nicht verhindern. Der Zweck der Abwertung, einen Wettbewerbsvorsprung in der Ausfuhr gegenüber den anderen Ländern zn erhalten, wird hinfällig, sobald das Konkurrenzland sich durch Zölle und Kontingente schützt oder einen gleichen