42 gelegten Wertverhältnis von 1:15V 2 . Münzen aus Gold und Silber waren frei ausprägbar und gesetzliches Zahlungsmittel. Als aber der große Sturz des Silberpreises eintrat, begrenzten 1873 die Staaten des lateinischen Münzbundes die Privatausprägung von Silber und stellten 1878 die Aus prägung von Silberkurantgeld gänzlich ein. Die Epoche der Goldwährun gen, vielfach in Form der „hinkenden Goldwährung" ss. unten), begann. — Seit dem Abgehen großer Ländergruppen vom Goldstandard (England, Schweden, Norwegen, USA. usw.) tauchten im Laufe der letzten Jahre längst überwunden geglaubte bimetallistische Gedankengänge wieder auf. Das Gutachten des vorbereitenden Ausschusses zur Weltwirt schaftskonferenz hatte indessen die Frage einer zusätzlichen Verwendung des Silbers zu Währungszwecken in den Hintergrund gedrängt, bis in jüngster Zeit die Versuche der Silberinteressenten, den Silberpreis zu heben, auf diese Möglichkeit zurückgriffen, um durch eine Erweiterung der monetären Silberverwendung die Silbernachfrage zu vergrößern. Ein Gesetz vom Juni 1934 verpflichtete das Schatzamt der Vereinigten Staaten von Amerika, so viel Silber anzukaufen, bis die Silberbestände ein Viertel des monetären Goldbestandes erreichen. Der Bimetallismus ist dadurch aber nicht geschaffen, da das für eine Doppelwährung Entscheidende fehlt: das feste Wertverhältnis zwischen Gold und Silber und die für die Doppelwährung typische Vertretbarkeit beider Metalle. „Ein Wertverhältnis von Silber zu Gold etwa im alten Verhältnis von 1:15%, wie es sich einige Phantasten in den Vereinigten Staaten erträumen, würde das Silberangebot so steigern, daß jede Stabilisierung des Preises nach kurzer Zeit über den Haufen geworfen werden müßte" (Adolf Weber). Von dieser Silberpolitik versprach sich die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika eine preissteigernde Wirkung im eigenen Lande, weiter eine Stärkung der Kaufkraft der Silberländer und eine allgemeine Wieder erhebung des Silbers zum Währungsmetall. Erfüllt hat sich keine dieser Erwartungen. Im Gegenteil: Die Silberpreissteigeruug brachte ostasia tische Horte zur Auflösung. Durch spekulative Maßnahmen wurde das Vertrauen zum Silber erschüttert. Nachdem im November 1935 das wichtigste Silberland C h i n a die Bindung an das Silber aufgegeben hatte, schränkten die Vereinigten Staaten ihre Silberkäufe ein.