50 Wipperzeit" — eine solche war fast die ganze Epoche des Frühkapitalis mus —, auch dadurch, daß von geldbedürftigen Fürsten die guten Geld stücke aus dem Verkehr gezogen s„WipPen", Auswippen) und dagegen z. B. die doppelte Zahl nominell gleichwertiger Stücke ausgegeben wurden Z. Teils durch Zusammenschluß niehrerer Staaten zu einem M ü n z ver bände, teils durch alleiniges Vorgehen einzelner Staaten strebte man danach, dieser Münzverwirrung Herr zu werden. Durch den Wiener Münzvertrag vom 2. Januar 1857 wurde für Norddeutschland, Süddeutschland und Österreich-Ungarn die S i l b e r w ä h - r u n g eingeführt. Es wurde eine gemeinsame Münze geschaffen, der sonne n- tionstaler (XXX Ein Pfund fein), der gesetzliche Zahlkrast für das ganze Vereinsgebiet erlangte und weite Verbreitung fand. Damit im Zusammenhang wurde statt der bisherigen „Kölnischen Mark" das Zollpfund zu 500g als Münzgrundgewicht eingeführt. Zu einer vollen Münzeinheit kam es aber immer noch nicht. Aus dem Pfund fein Silber wurden in Norddeutschland (Talerfuß): 30 Taler („XXX ein Pfund fein", mit verschiedener Einteilung des Talers), in Süddeutschland: 42^ Gulden zu 60 Kreuzern, in Österreich und Liechtenstein: 45 Gulden zu 100 Kreuzern geprägt. Die Vereinsstaaten ließen daher ihre Landeskurantmünzcn nicht gegenseitig zu. 7 Münzsysteme gab es im Gebiete des Deutschen Reiches bis zum Jahre 1871. Diesem Zustand ein Ende zu bereiten, erschien dem neu geeinten Deutschland als eine seiner wichtigsten Aufgaben. Nachdem be reits durch Art. 4 der Verfassung des Norddeutschen Bundes vom 26. Juli 1867 der Bund mit der Ordnung des Münzwesens betraut worden war, wurde am 4. Dezember 1871 ein „Gesetz betreffend die Ausprägung von Reichsgoldmünzen" veröffentlicht. Hiermit war der entscheidende Schritt zur Einführung der Goldwährung in Deutschland getan. Es folgte dann das Münzgesetz vom 9. Juli 187 3. Sein Zweck war, „im Anschluß an das Gesetz vom 4. Dezember 1871 die Aus- Prägung der nicht in Gold herzustellenden Münzen des Marksystems an zuordnen und die gesamte künftige Münzverfassung Deutschlands auf der i) Die sozialen Folgen der Geldentwertung durch Verschlechterung der Mün zen schilderte in vortrefflicher Weise Gustav Freytag in seinen „Bildern aus der deutschen Vergangenheit": „Von allen Schrecken des (30jährigen) Krie ges erschien dem Volke keiner so unheimlich als eine plötzliche Entwertung des Geldes . . . Des guten schweren Reichsgeldes wurde immer weniger. An seiner Statt war viel neue Münze von schlechtem Gepräge im Umlauf.. ."