60 Reichs- und Landeskassen —als Reichs lassen im Sinne dieses Gesetzes gelten auch die Kassen der Reichspostverwaltung—sind verpflichtet, Scheide münzen in jedem Betrage in Zahlung zu nehmen. Um die Abstoßung eines jeden überschüssigen Bestandes an Scheide münzen zu ermöglichen, bestimmt der Reichsminister der Finanzen diejenigen öffentlichen Kassen, die „unbeschränkt gesetzliche Zahlungsmittel" gegen Einzahlung von Silbermünzen im Werte von mindestens 200 RM oder von auf Reichspfennige, Rentenpfennige oder Pfennige lautende Mün zen in Beträgen von mindestens 50 RM auf Verlangen verabfolgen. Im Deutschen Reich hätten Anfang der siebziger Jahre bei dem damaligen Wertverhältnis zwischen Silber und Gold (15,5) die Markstücke mit einem Silbergehalt von — 1 /eo Pfund ausgeprägt werden müssen. Mit Rücksicht auf eine etwa eintretende Preissteigerung des Silbers wurden aber aus 1 Pfund fein Silber 100 anstatt 90 Markstücke ausgeprägt. Das Münzgesetz vom 30. August 1924 setzte den Feingehalt der Silbermünzen von 90 auf 50°/o herab; die Prägungsmasse der Silbermünzen bestand demnach aus 500 Teilen Silber und 500 Teilen Kupfer (s. a. die Anm. auf S. 55). Laut Bekanntmachungen vom 7. Nov. 1933, 16. März und 11. Juni 1934, sowie vom 24. Juni 1935 werden folgende Reichssilbermünzen geprägt: Stücke über 2 RM mit einem Mischungs verhältnis von 625 Teilen Silber und 375 Teilen Kupfer, Stücke über 5 RM mit einem Mischungsverhältnis von 900 Teilen Silber und 100 Teilen Kupfer. Das Stück zu 2 RM wiegt 8, das zu 5 RM 13,89 Gramm. Da in einem 2-RM- Stück 5 g Feinsilber enthalten sind, so ist dessen Silberwert etwa 20 Rpf. 6. Namen der Münzen Ihre Namen haben die Münzen vielfach von einer ihrer wesentlichen Eigenschaften erhalten. Die Namen beziehen sich auf: 1. Gewicht: Talent von tähxvtov ----- Wage, Mark von marca ----- i/ 2 Pfund, Pfund Sterling — ein Pfund Münze der Easterlinge (von Osten kommend). Pfund abgeleitet von (libra) 1b — £, 2. Rohstoff und Herkunft des Rohstoffes: Gulden ----- Gülden, Guinee, benannt nach Guinea, von wo das Gold zur Prägung der ersten englischen Goldmünzen bezogen worden war. 3. Namen des Münzherrn: Louis d'or, Friedrichs d'or, Chri stians d'or, Jsabellinnen d'or, Dukaten (vom Stammnamen Dukas, byzan tinischer Kaiser).Die deutschen Goldstücke hießen in Frankreich Guilleaumes. 4. OrtderPrägung (Münzstätte): Taler, abgeleitet von Joachims tal in Böhmen — wo die Grafen Schlick große Silberbergwerke hatten und