dort Banken und Unternehmungen verschiedenen Charakters ausüben, nämlich: die Depositenbanken, die merchant hanks (die den internationalen Zahlungs- und Kreditverkehr Pflegen), die Geld- und Wechselmakler, die Finanz- und Gründungsgesellschaften, die gewerbs mäßigen Gründer [promoters] J ), die Börsenfirmen usw. Wenn Adolf Weber für die deutschen Banken die Bezeichnung „Spekulationsbanken" wählt, so gibt er dem Wort Spekulation nicht die odiose Bedeutung, die der Sprachgebrauch oft damit verknüpft. Finanzie rungsbanken sind die deutschen Banken: Sie finanzieren Unternehmungen, gründen Aktiengesellschaften, bringen die Aktien in ihrer Kundschaft unter und führen sie an der Börse ein. Damit leisten sie Handel und Industrie Pionierdienste. Mehr und mehr drang die Erkenntnis durch, daß zwi schen Staat und Wirtschaft eine Schicksalsgemeinschaft bestehe und daß „auf die Dauer nur solche Geschäfte Gewinn bringen, die der Allgemeinheit nützen" (Helfferich, Biographie Georg von Siemens. Berlin 1923). Den deutschen Import- und Exporthandel unterstützen in hohem Maße die deutschen Überseebanken 2 ) (Deutsche Überseeische Bank, Deutsch-Südamerikanische Bank, Deutsch-Asiatische Bank), die Vorschüsse an Exporteure und Rembourskredite an Importeure gewähren, und da durch bewirken, daß auch im Auslande der deutsche Bankier der wirtschaft liche Vertrauensmann geworden ist. Mittelbar fördern die Überseebanken die deutsche Industrie, indem sie Abnehmer auf die deutschen Erzeugnisse hinweisen. Ein Vergleich des Aktienkapitals der großen Berliner Banken Anfang 1931 (vor Ausbruch der Bankenkrise) mit den Ziffern von 1937 ergibt: Ans. 1931 Ans. 1937 in Millionen RM Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft. 285 130 Dresdner Bank .... 109 i 150 Darmstädter und Nationalbank .... 60 > Commerz- und Privatbank 75 80 Berliner Handels-Gesellschaft .... 28 28 Reichs-Kredit-Gesellschaft 40 40 588 428 *) Das für die Gründung erforderliche Kapital wird durch „Underwriting“ aufgebracht. S. hierüber mein „Bankgeschäft". 2 ) S. R. Hauser, Die deutschen liberseebanken. Jena 1906. A. P. Brü ll G«b-bS 30. A. 129