18 Metalle, wenn reine Doppelwährung herrscht — zur Münze zu bringen und zu verlangen, daß ihm, gegen Entrichtung der Prägekosten, hieraus gesetzliches Geld geprägt werde. Praktisch ist dies kaum vorgekommen, da die Zentralnotenbank Gold zu einem festen Preise ankauft, der dem Wert der ausgeprägten Münze entspricht. Neuerdings hat England das Recht der Prägefreiheit aufgehoben, d. h. die Kgl. Münze darf für Private nicht mehr englische Goldmünzen sLovoreignss ausprägen. Die Grundlage eines Währungssystems ist entweder Papier oder Metall. Bei der Metallwührung wieder ist zu unterscheiden zwischen Monometallismus fd. h. ein Metall ist gesetzliches Zahlungs mittels oder B i m e t a l l i s m u s sd. h. Münzen beider Metalle sind als gesetzliches Zahlungsmittel anerkannt). Ob die einfache Währung oder die Doppelwährung, und ob bei Monometallismus das Gold oder das Silber den Vorzug verdiene, diese Fragen haben Anlaß zu einer derartig umfangreichen Literatur gegeben, daß allein die Nennung der Ver fasser und der Titel der Schriften mehrere Bogen dieses Buchs füllen würdest. Der Staat setzt also einmal den Geldstoff fest. Er bestimmt aber auch weiter Gewicht, Stückelung, Form und Legierung der Münzen, d. h. er erläßt alle münztechnischen Vorschriften. Schließlich ordnet er überhaupt an, wieviel Münzen von jeder Sorte ausgeprägt werden und bis zu welcher Höhe für das nnterwertig ausgeprägte Geld sScheidemünzens An- nahmezwang besteht. Z. Ldelmetallgervinnung und monetärer Ldelmetallvorrat st. Eine metallistische Währung ist nur möglich beim Vorhandensein einer entsprechenden Quantität dieser Edelmetalle im Lande. Jährlich werden große Mengen Edelmetalle neu gewonnen. Beeinflußt nun diese Pro- duktion den Wert der Edelnietalle und damit den Geldwert? Seit ältesten Zeiten ist bei der Dauerhaftigkeit dieser Waren, insbesondere des Goldes, ein so großer Vorrat aufgespeichert, daß die neugewonnenen Mengen demgegenüber nur unerheblich ins Gewicht sielen. Infolge der erhöhten st Die hauptsächlichsten Werke sind in der Literaturübersicht am Schluß dieses Buches angeführt. 2) Literatur: Pöschl, Art. Warenkunde im „Buch des Kaufmanns". 7. Ausl. Stuttgart 1923. W o r 1 d Atlas o! commercial geology. Washing ton 1921.