53 faltigkeit des Gepräges und das schwere Gewicht der Silbermünzen, sowie ferner die Unsicherheit der Landstraßen ließen es den zur Messe reisenden Kaufleuten nicht zweckmäßig erscheinen, größere Summen baren Geldes mit sich zu führen. Es wurde deshalb allgemein üblich, den Betrag, den man für die Einkäufe und als Reise- und Zehrgeld benötigte, einem der Bankiers soampsores, bancherii) der Heimat zu übergeben, um im Tausch dagegen eine Anweisung zu erhalten, die in dem fremden Orte, wohin man reiste, ausgezahlt werden sollte. Diese Anweisungen wurden, weil dabei häufig ein Umrechnen, ein U m w e ch s e l n der Geldsorte des einen Platzes in die des anderen stattfand, Wechsel genannt. In der ersten Zeit ihres Gebrauchs erfolgte ihre Abfassung regel mäßig in Gegenwart eines Notars. Der Geldwechsler fuhr selbst nach dem betreffenden Ort und händigte dort seinem Auftraggeber den Betrag aus. Der Wechsel enthielt ein Zahlungsversprechen des Ausstellers, es war ein eigener Wechsel. In späterer Zeit beauftragte der Geld wechsler einen an dem fremden Orte wohnenden Geschäftsfreund, für seine Rechnung den in der Urkunde angegebenen Betrag auszuzahlen. Wesentliche Erfordernisse der Urkunde, des Wechsels, waren: 1. d i e V a l u t a q u i t t u n g, d. h. die Bescheinigung über den Empfang des Gegenwertes und 2. d e r Z a h l u n g s a u f t r a g, d. h. die an einen in der Urkunde genannten Geschäftsfreund des Ausstellers gerichtete Aufforderung, eine genau angegebene Summe an den Überbringer der Urkunde zu zahlen. Als der Wcchselverkehr eine große Ausdehnung gewonnen hatte, wurden besondere W e ch s e l m e s s e n ins Leben gerufen. Berühmtheit erlangten die Messen der Champagne, auf denen die Wechselgeschäfte hauptsächlich von Genuesen und Florentinern betrieben wurden. Beispiel eines Wechsels aus dem Jahre 1895. Zahlet gegen diesen ersten Brief am 9. Oktober an Lucas von Goro 45 Pfund. Sie sind der Gegenwert der Summe, welche ich von Masio Rena empfangen habe. Zahlet zur rechten Zeit und stellet die Summe aüf meine Rechnung. Christus behüte Euch! Bonromeo von Bonromei sendet Euch Grüße. Mailand, 9. März 1395.