Die Ledarfsbildung im Wirtschaftsleben 29 in 9 stehenden Gewohnheiten in dieser Hinsicht. Und auf immer mehr tun Gebieten behält er sich dabei bis zum letzten Augenblick die Freiheit etv der Entscheidung vor, welche Waren er schließlich wählt. Für einen und denselben Gebrauchszweck kommen ja oft sehr verschiedene kva- l ^° ren in Betracht. Und es können da unter Umständen sehr kleine Unterschiede in der Form, in der Farbe, in dem verwendeten Rofy= ‘9 C= Material usw. den Ausschlag zugunsten des einen oder des anderen • im ° Artikels geben. 1 ) >en ' Durch diese Verhältnisse ist der Bedarf, dem sich die Produktion gegenwärtig anzupassen hat, immer wechselnder, immer mannig- faltiger, immer mehr der Mode unterworfen, geworden. Nur auf ^ uts relativ wenig Gebieten kann der Bedarf heute noch als ein ziem- : 3 U lich feststehender und darum im voraus berechenbarer angesehen wer den. Auf zahlreichen und großen Gebieten handelt es sich dagegen zu- 'Eisr nächst nur um einen ganz abstrakten Allgemeinbedarf, der sich erst >ua- spezialisiert, wenn ihm eine reiche Auswahl von Mustern vorgelegt '3 ta= | wird. Darum ist auch die Vorstellung so verkehrt, man könne den Ge- un ^ samtbedarf eines Landes für die nächste Wirtschaftsperiode im vor- aus aus durch statistische Erhebungen feststellen und dadurch eine Bicht- schnür für die Produktion schaffen. Manche geben sich wohl gar tion dem Glauben hin, mit Hilfe einer Universalstatistik könne das pro- re i dlsm der sozialistischen Leitung der Produktion gelöst werden. Dieses lheit naive Zutrauen, das manche zur Statistik haben, ist für diese sehr afts- ehrenvoll, aber durch statistische Erhebungen kann das Problem der rage einheitlichen Leitung der Produktion auch nicht gelöst werden. Der P ro “ Konsument vermag zwar vielleicht bei solchen Artikeln wie Salz, Brot, der Zucker, Petroleum u. dgl. anzugeben, wieviel er davon ungefähr im ^egt, nächsten Jahre brauchen wird — übrigens auch bei diesen Artikeln reibt eigentlich nur dann, wenn man ihm die Einhaltung bestimmter ver- >erte kaufspreisr gewährleistet' denn mit der Höhe der Preise ändert rung sich {,ei f,, en E^en Wqren auch die Größe ihres Bedarfs —, allein, Auf . 1) Vre folgenden Ausführungen unter Benutzung meines Vortrags über * C ' ben ,,Unternehmerstand", Leipzig 1910, S. 32ff. Pohle, Kapitalismus und Sozialismus, 2. fUijt. 3