Entstehung der Unternehmung im Verlag 49 entwickelter Verhältnisse. Mit dem zunehmenden Alter des Berg baus und seinem Vordringen in größere Tiefen, wodurch größere Kapitalien erforderlich werden, verschwinden auch regelmäßig die anfänglichen produktivgenossenschaftlichen Einrichtungen und ma chen dem Unternehmertum und der Lohnarbeit Platz. Daher finden wir im Bergbau der Gegenwart Einrichtungen produktivgenossen schaftlichen Eharakters nur noch unter wenig entwickelten Verhält nissen, wie z.B. im Zinnbergbau der Malaienstaaten und der in dischen Inseln.«) Und überhaupt sind produktivgenossenschaftliche Bereinigungen der Arbeiter als ein Zeichen einfacher, um nicht zu sagen zurückgebliebener wirtschaftlicher Verhältnisse zu betrachten. Damit hängt es auch wohl zusammen, daß in Rußland die Pro duktivgenossenschaft in der Form des Artellsh, mit welchem Namen dort allerdings auch Gebilde konsumgenossenschaftlicher Art bezeichnet werden, noch eine besonders häufige Erscheinung darstellt. Wie im Bergbau, so ist auch auf manchen Gebieten der Industrie die Unternehmung erst allmählich an die Stelle älterer produktiv- genossenschaftlicher Bildungen getreten. Das gilt vor allem von der Entwicklung der Unternehmung in der Verlagsindustrie, heute ist uns ja die Leitung der Verlagsindustriebetriebe durch Unterneh mer etwas so Gewöhnliches, daß wir uns eine vom Unternehmer tum unabhängige Form der Verlagsindustrie überhaupt kaum vor stellen können. Ursprünglich haben aber zweifellos in vielen Zwei gen der Verlagsindustrie genossenschaftliche Absatzorganisationen be standen. Die Handwerker einer Stadt oder die Heimarbeiter eines Dorfes ließen den Vertrieb der von ihnen hergestellten waren durch einzelne Beauftragte aus ihrer Mitte besorgen, die zu diesem Zwecke auswärtige Messen besuchten oder auch die Waren im hausierwege b) vgl. über diese Brunhuber in der Zeitschr. f. Sozialwissenschast, Iahrg., S. 449ff., ferner Eh. Posewitz, Die Sinninseln im Indischen Dzean, II, S. 85 ff. 7) Beispiele für solche Artelle bei Stieda im „Handwörterbuch der Llaats- wissenschaften", Bd. II, §. 4.