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        <title>Kapitalismus und Sozialismus</title>
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            <surname>Pohle</surname>
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I, 3. Unternehmung und Produktivgenossenschaft 
3. Unternehmung und Urbeiterproduktiv 
genossenschaft. 
Im letzten Abschnitt wurde der Rapitalismus als das Rind aus 
der Ehe der individualistischen Wirtschaftsordnung mit der erwerbs 
wirtschaftlichen Produktionsweise bezeichnet. Wenn wir genau zu 
sehen, so stellt sich das Verwandtschaftsverhältnis indessen doch et 
was anders dar: Der eigentliche Rapitalismus ist nicht das Rind, 
sondern erst der Enkel der Verbindung zwischen individualistischem 
Rechtsprinzip und Erwerbswirtschaft. Vas, was an unserer Wirt 
schaftsverfassung meist als das spezifisch Kapitalistische empfunden 
und oft als eine Abirrung vom rechten Wege der wirtschaftlichen Ent 
wicklung hingestellt wird, das sind ja Folgeerscheinungen nicht der Er 
werbswirtschaft schlechthin, sondern erst einer bestimmten Fortbil 
dung derselben, nämlich derjenigen, die wir als Unternehmung 
bezeichnen. 
Was ist die Unternehmung? Die Unternehmung setzt den Groß 
betrieb voraus. Sie hat daher erst mit dem Aufkommen des Groß 
betriebs ihren Einzug in das Wirtschaftsleben gehalten. In der 
Unternehmung sind die Arbeitskräfte einer größeren Personenzahl 
und ebenso gewöhnlich auch Rapitalien, die verschiedenen Personen 
gehören, im Dienste eines Produktionszwecks vereinigt. Was die 
Unternehmung aber erst zur Unternehmung macht, das ist die be 
sondere Art und Weise, wie diese Vereinigung erfolgt. Sie erfolgt 
nämlich nicht so, daß alle Personen, die mit Arbeit oder Rapital 
beteiligt sind, auch in gleicher weise an dem Risiko der Produktion 
teilhaben. Für die Unternehmung ist vielmehr charakteristisch, daß 
die zu ihr gehörigen Personen in zwei Gruppen von sehr verschie 
dener wirtschaftlicher und dementsprechend auch sozialer Stellung 
zerfallen, in „Unternehmer" auf der einen und in „Zinskapitalisten" 
und „Lohnarbeiter" auf der anderen Seite. Zinskapitalisten und 
Lohnarbeiter sind dabei, so verschiedenen Gesellschaftsklassen sie auch</div>
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