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        <title>Kapitalismus und Sozialismus</title>
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            <surname>Pohle</surname>
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1,3. Unternehmung und Produktivgenossenschaft 
tive, Organisationstalent, starke Willensenergie usw. schon voll aus 
gebildet besaßen. Sie mußten nur in ihnen in entwicklungsfähiger 
Weise vorhanden sein. Fast alle Unternehmer der Jugendzeit der 
modernen Volkswirtschaft haben sehr klein, sozusagen handwerks 
mäßig angefangen, wie z. B. die Anfänge der Maschinenindustrie 
sehr deutlich erkennen lassen. Die Unternehmer hatten also die 
Möglichkeit, in die größeren und schwierigeren Aufgaben, die ihrer 
harrten, langsam hineinzuwachsen. So ist das moderne Unternehmer 
tum mit und an der Unternehmung erwachsen,' nicht etwa aber 
ist, wie man nach manchem Forscher glauben könnte, erst der ka 
pitalistische Geist geschaffen worden, und dieser hat sich dann die 
Unternehmung als seinen Körper erbaut. 
Wie bereits angedeutet, hängt die Entstehung der Unternehmung 
mit dem Aufkommen des Großbetriebs zusammen und begleitet dessen 
Ausbreitung. Als im Mittelalter die ersten großbetrieblichen Ge 
bilde entstanden, und zwar auf dem Gebiete des Bergbaus — Berg 
bau ist ja nie eines Mannes Sache gewesen —, da hat sich aller 
dings zunächst ein ganz ähnlicher Vorgang abgespielt, wie er nach 
der Schilderung im letzten Abschnitt auch die Entstehung der Lr- 
werbswirtschaft begleitet hat. Vas Wirtschaftsleben scheint zunächst 
beim Aufkommen des Großbetriebs eine Zeitlang zu schwanken, ob 
es den Weg der Unternehmung betreten oder ob ies für die neu 
entstehenden Großbetriebe nicht lieber die Form der Arbeiter 
produktivgenossenschaft wählen soll, bei der die Arbeiter 
eines Betriebes zugleich auch die Unternehmer desselben sind, also 
selbst das nötige Kapital aufbringen und selbst das Risiko der Pro 
duktion tragen. Sn diesem Falle hat das Schwanken des Wirt 
schaftslebens, bis es sich definitiv entschied, welchen der beiden an 
sich möglichen Wege es einschlagen solle, sogar etwas länger ge 
dauert als bei der Entscheidung zwischen erwerbswirtschaftlicher 
und konsumgenossenschaftlicher Produktionsweise. Die Periode, in 
der im Mittelalter der Bergbau in Deutschland und anderen Län 
dern zunächst in der Form der sogenannten „Gewerkschaft" be-</div>
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