54 Die südrussisohe Eisenindustrie während der Revolution. der sich selbst wegen seiner Unbildung durch keine aufklärende Zeitung unterrichten und sich kein Urteil über das Gehörte bilden konnte, mit dem bekannt, was den Zwecken und Zielen der Petersburger ­ Arbeiterräte entsprach. Ein Netz ständiger Aufklärungsarbeit und Befehlsübergabe, von den Arbeiterräten ausgehend, wurde über das ganze Land gezogen. Die Weisungen kamen von dem Ausschüsse ­ der Arbeiter- und Soldatenräte, gingen durch die Bezirksausschüsse ­ und die Arbeiterräte in den Hauptzentren der Industrie an die Arbeiterausschüsse jedes einzelnen Unternehmens. Es war die Parallelorganisation zu der im Heere geschaffenen. Der Petersburger ­ Soldatenrat hatte sich durch seine Räte bei Korps, Division, Regiment und Kompagnie die Befehlsübermittlung bis in den vordersten ­ Schützengraben gesichert. Die Beeinflussung der großen Massen geschah in zündender Rede wirksamer, als das geschriebene Wort es vermocht hätte. Schon im Mai 1917 warfen die Redner die späteren bolschewistischen ­ Losungen in das Volk: „Alles Land den Bauern, alle Fabriken den Arbeitern!“ Noch konnten die Forderungen der Redner bei den Arbeitern nur Wünsche erwecken, die später erst greifbare Formen annehmen sollten. Noch waren die Werksleitungen im Besitze ­ der Werkskassen. Zahllose Besprechungen in den Arbeiteraussohüssen und Versammlungen beschäftigten sich mit der Frage der Bezahlung der verlorenen Arbeitsstunden, die den Teilnehmern der Ausschußsitzungen vergütet werden sollten. Je nach der Standhaftigkeit ­ der leitenden Werksbeamten wurde diese Frage ver- > schieden gelöst. Im Mai 1917 fanden auf Einladung des Vorsitzenden der von der Regierung während des Krieges geschaffenen Eisen-Verteilungsstelle Versammlungen der Vertreter der Industriellen- und der Ärbeiterausschüsse statt, in denen zum ersten Male allgemeine Mindestlöhne für die verschiedenen Gattungen der Metallarbeiter festgesetzt wurden. Aber die Arbeitervertreter erklärten sich mit den von den Industriellen ­ angebotenen Erhöhungen nicht einverstanden und verließen den Versammlungsort. Auf den einzelnen Hüttenwerken wurden dann nach und nach die in Jekaterinoslaw und Charkow abgelehnten Lohnsätze von den Arbeiterversammlungen angenommen und traten in Kraft. Während des Sommers 1917 bemächtigten sich die Arbeiterausschüsse ­ der Leitung der Konsumvereine, die sich zur Verpflegung der Arbeiter während des Krieges bedeutend ausgebaut hatten. Allgemeine ­ Arbeiterversammlungen erklärten sich mit der Leitung des Einkaufes durch die bisherigen gemischten Verwaltungen unzufrieden und beauftragten die Arbeiterausschüsse, die Leitung selbst zu über-