04 Die Zukunft der südrussisohen Eisenindustrie. Möller 25—30 °/ 0 Krivoi Roger Erze von hohem Fe-Gehalte und niedrigem Gehalte an SiO a zuzusetzen. Erschwerend für die Ver wendung der Kertscher Erze kommt hinzu, daß sie als sehr uner wünschte Beigabe einen Ärsengehalt von 0,04—0,05 °/ 0 haben, so daß ein Roheisen, das ausschließlich aus Kertscher Erzen erblasen sein würde, einen Arsengehalt von ungefähr 0,15 °/ 0 haben und des halb für die meisten Zwecke der Eisenweiterverarbeitung nicht taug lich sein würde. Die Erzablagerungen auf dem östlichen Teile der Krim sind zahlreich verstreut. An den Abhängen der Ufer des Schwarzen und Asdwschen Meeres sowie beim Durchqueren der Halbinsel mit der Eisenbahn sieht man an den Böschungen der Eisenbahneinschnitte die Erzbänke hervorkommen. Auf über 30 Milliarden Pud 1 ) wurde das Vorkommen geschätzt, das bisher nur in 3 Gruben betrieben abgebaut wurde und im letzten Friedensjahre eine För derung von nur 29000000 Pud erreichte. Der Abbau erfolgt im Tagbau und ist äußerst einfach. Nach Abtragen einer Erdschicht von 0,5—4 m Mächtigkeit mittels Trocken baggers hat man eine Erzbank von 4—20 m Höhe zum Abbau vor sich, die meist inl oberen Teile aus braunem Erze, im unteren Teile aus gelbem Erze besteht, und entweder von Hand oder mittels Löffel- oder Eimer-Bagger aufgeladen wird. Die Kosten der För derung sind sehr gering. Die Erze kosteten — den Pachtpreis von 1 / 1 Kopeke das Pud einbegriffen — nur 3 / 4 — 1 1 / 4 Kopeken das Pud 2 ) frei Dampfer. Man wird in Zukunft mehr sein Augenmerk auf das Kertscher Erzvorkommen richten müssen, weil die Krivoi Roger Erze infolge der zur Ausbeute in größerer Tiefe notwendigen Menschenkraft steigende Förderkosten haben werden, während die Kertscher Erze ihre niedrigen Gestehungskosten beibehalten können; bestand doch das ganze Personal einer der Gruben des Kertscher Gebietes aus 10. Mann, die 2 Trockenbagger bedienten. Die Fortschritte der Ägglomerierungstechnik werden in der Zukunft dazu verhelfen, den großen Reichtum des Landes nutzbar zu machen. Das Erz enthält außer 15—20 °/ 0 Wasser noch ebensoviel Kohlensäure und andere durch Glühen verschwindende Substanzen, die also zusammen ein Drittel des Gewichtes ausmachen, dessen Transport durch Glühen der Erze vermieden würde. Aus dem feinkörnigen und staubigen, schwer verhüttbaren Erze wird die Agglomerierung ein stückiges, trockenes Hoohofenmaterial hersteilen, dessen Verwendung im Hoch ofen indessen immer noch durch den Arsengehalt bis zu einer be- !) Ungefähr 500000000 t. - 2 ) Nach dem Rubelkurse vor dem Kriege 0,98—1,65 Mk. pro t.