Die Zukunft der südrussischen Eisenindustrie. (55 stimmten Grenze beschränkt bleiben wird. Die langjährigen Er fahrungen in der Verhüttung der Kertscher Erze haben gezeigt, daß ein Roheisen mit 0,1 °/ 0 Arsen, hergestellt aus 7 5 °/ 0 Kertscher Erz und 25 °/ 0 Krivoi Roger Erz, sich zur Herstellung von Thomasstahl für Schie nen, Träger und Feinblechen eignet, während das hieraus gewalzte Stab eisen wegen der geringeren Schweißbarkeit vielfach beanstandet wurde. Außer diesen beiden großen südrussischen Erzvorkommen findet man in der älteren Literatur häufig die Erze des Donezbeckens und die Erze von Korsak-Mogila genannt. Die Erze des Donezbeckens sind Brauneisensteine, in seltenen Nestern in geringen Mengen vorkommend und nur abbauwürdig, falls die Nester sich in der Nähe der Hochofenwerke oder der Bahn befinden. Ihre Förderung war nie bedeutend gewesen, sie wurde seit 1910 vollständig eingestellt, weil die in der Nähe der Hoch ofenwerke liegenden Erze allmählich abgebaut waren, und weil die Anfuhr auf weite Entfernungen sich nicht lohnte. Das Vorkommen von Korsak-Mogila liegt unweit Berdjansk am Asowschen Meere. Die großen Hoffnungen, die die Societe Russo- Belge in Enakiewo an die Erschließung dieses Vorkommens geknüpft hatte, haben sich nicht verwirklicht. Sie hat nach langen kost spieligen Versuchen, die in großer Tiefe vorkommenden quarzhal tigen Roteisensteine zu gewinnen, das Unternehmen emsteilen müssen. Infolge der Erzknappheit ist dann von 1913 ab und während des Krieges die Förderung in geringem Maße wieder aufgenommen wor den. Sie konnte aber nicht mehr als 600000 Pud erreichen. Außer den Eisenerzfeldern besitzt Südrußland noch ein wich tiges Manganerzvorkommen. Vor dem Kriege wurden in Rußland 3 Manganerzgebiete aus gebeutet: 1. das kaukasische Vorkommen bei Tsohiaturi im Kaukasus; 2. das südrussisohe bei Nikopol am Dnjepr; 3. das Vorkommen im Ural. Von diesen 3 Manganerzgebieten hat das kaukasische die größte Bedeutung. Es liegt bei Tschiaturi im Gouvernement Kutais und besteht aus einem geschlossenen, allenthalben Manganerz füh renden Gebiete von 57 qkm. Eine Schmalspurbahn verbindet Tschia turi mit Scharopan, einer Station der Bahn Batum-Poti-Tiflis. Verwickelte Grundeigentümeransprüche hatten dort eine Menge zersplitterter Kleinbetriebe entstehen lassen, die mit den rückstän digsten Mitteln die Ausbeutung betrieben und das Erz noch mit Ochsengespann zur Ladesammelstelle brachten, wo der Armenier oder Grieche als Zwischenhändler die Ware aufkaufte. Erst in den letzten Jahren vor dem Kriege war es gelungen, umfassendere An- Klein, Die südrussische Eisenindustrie. 5