Die Zukunft der südrussisohen Eisenindustrie. 67 Während das südrussische Erz in der Hauptsache von der süd russischen Eisenindustrie verhüttet wurde, gelangte das kaukasische Erz in Poti und zum Teil in Batum zum Versand, hauptsächlich für das Ausland. Von den ins Ausland versandten südrussischen Erzen gingen 40°/ 0 nach dem Hafen von Nikolajew (am Ausflüsse des Bug ins Schwarze Meer gelegen) zur Schiffs Verladung und 60°/ 0 über die westliche Landesgrenze nach Schlesien. Die kaukasischen Erze wurden zu 78 °/ 0 in Poti, zu 22 % in Batum verladen. Hauptabnehmer der russischen Erze war Deutschland, das im Jahre 1913 29000000 Pud 1 ) bezog; dann folgte Großbritannien mit 16 900000 Pud, weiter Belgien mit 12 300000 Pud und dann Frank reich und Österreich-Ungarn mit geringeren Mengen. Das Kohlenvorkommen des Donez-Gebietes ist das mäch tigste der 4 Kohlengebiete des europäischen Rußlands. Die För derung betrug: 1912 1913 In Millionen Pud Donezgebiet . . . Dombro wagebiet . üralgebiet . . . . Moskauer Gebiet Zusammen: 1305 = 73,8 °/ 0 394 = 22,3 % 57= 3,2 °/ 0 13= 0,7 °/ n 1769 = 100,0° l 0 1544 = 74,9 % 416= 20,6% 73= 3,6% 18 = 0,9 % 2061 = 100,0 % * 2 ). Das polnische Gebiet hat schon im Frieden fast nur die Bedürfnisse des Zartums Polens decken können. Seine Förderung scheidet aus, und Rußland bleibt zu 94,4 % auf das südrussische Koh lengebiet angewiesen. Das Uralgebiet ist unbedeutend und kommt nur für das engere Gebiet des Urals in Frage. Das Moskauer Ge biet liefert nur Braunkohlen von nicht hervorragender Qualität. Von beiden Bezirken — Ural und Moskau — ist für die Zukunfts versorgung Rußlands nichts zu erwarten. Der Krieg hatte in Rußland eine große Kohlenknappheit ge bracht. Die gesamte englische Kohleneinfuhr — 300 bis 500 Millionen Pud jährlich — war mit Kriegsausbruch Infolge der Schließung der Ostsee weggefallen. Der Russe griff in seiner Not zu dem einzigen Brennstoff, an dem er scheinbar Überfluß hatte, zum Holz. Eine sprunghafte Steigerung des Holzverbrauches, der vor dem Kriege bis 30% der Brennstoffversorgung Rußlands betragen hatte, trat ein und erreichte im Jahre 1916 51%. Selbst die großen Wald bestände Nordwest- und Westrußlands würden hierdurch auf die J ) Ungefähr 475000 t. 2 ) Ungefähr 34 Millionen Tonnen. 5*