Technische Ausrüstung der südrussischen Hüttenwerke. 75 waohung der Betriebe notwendig war. Ein zweiter Grund war der, daß die Werke doch nicht den Anforderungen zeitgemäßer Technik vollständig entsprechen. Dies kam daher, daß die wenigen russi schen Maschinenfabriken sehr lange Lieferfristen verlangten, selbst auch meist nach ausländischen Zeichnungen arbeiteten, und daß es langer Zeit bedurfte, bis jede in Westeuropa eingeführte Neuerung und Verbesserung in Plan und Ausführung in das Donez-Gebiet ge langte. Die in Rußland angefertigten Maschinen kosteten meist nicht erheblich weniger als Einkaufspreis im Auslande plus Zoll, so daß man sich schwer zu Neueinrichtungen entschließen konnte, wenn deren Verzinsung nicht hinreichend gesichert war. Auch die General unkosten waren bedeutend höher als in Westeuropa, weil die Be wachung des Werkes durch eigene Wächter und vom Werke be zahlte Polizei sehr teuer kam. die technische und kaufmännische Werksleitung viel mehr Personen verlangte und der Verwaltungssitz in St. Petersburg sowie noch ein Nebensitz im Auslande hohe Aus gaben verursachten. Die Industrie der feuerfesten Steine. Bis zum Kriege lieferte Deutschland und in geringem Maße England einen großen Teil der hochwertigen Chamottesteine für Hochöfen, ferner Stopfen- und Ausgußsteine für Stahlpfannen und Dinassteine für die Martin öfen. In Südrußland bestanden damals zwei Fabriken, die Dinas steine herstellten: Dekonskaja und Krasnogorowka, beide im Donez- Gebiete gelegen. Außerdem hatten eine Reihe von Hüttenwerken eigene Abteilungen errichtet zur Herstellung ihres gewöhnlichen Be darfes feuerfester Steine. Infolge des Krieges fiel die ausländische Lieferung weg und die Hüttenwerke gingen daran, ihre Abteilungen' soweit zu vergrößern, daß sie ihren ganzen Bedarf decken konnten. So machten sich die Dnjeprovienne, Briansk, Jusowka, Russo-Belge und Droujkowka völlig unabhängig von dem Bezüge der südrussischen Steinfabriken. Briansk soll eine monatliche Herstellung bis zu 90000 Pud Dinas steine erzielt haben und hat einen Teil seiner Steine auf den Markt geworfen. Die Beschaffenheit der in den südrussischen Steinfabriken her gestellten Dinassteine hat sich während des Krieges nicht gebessert, da die Käufer doch stets einem gewissen Mangel gegenüber standen. Sie waren gezwungen, bis zu 1 / 10 des Gewichtes Bruchsteine anzu nehmen, während früher die ausländischen Steine trotz der Um ladung nicht mehr als 1 / 25 Bruch ergeben hatten. Die nicht be friedigende Beschaffenheit der Dinassteine ist nicht etwa in der Ge ringwertigkeit des Rohstoffes begründet; denn der in den Bezirken von Bachmut und Nikitowka vorkommende Quarzit ist seiner chemi-