Der deutsche Imperialismus. 15- Diese wirtschaftliche Abhängigkeit wurde im Frieden kaum erkannt und, wenn erkannt, vermöge der nationalen Wirtschaftspolitik nicht ge wertet. Diese konnte innerhalb der Weltwirtschaft nur mehr auf Kosten fremder Volkswirtschaft befriedigt werden (Harms, Sicherungen 41). Der Merkantilismus feierte seine Auferstehung und führte zur Austragung des wirtschaftlichen Wettstreites mit gewaltsamen Mitteln. Der Kampf um gesicherte Märkte. Die Bismarck sehe Kolonialpolitik mit ihrer Gewährung des- Reichsschutzes an deutsche Handelsunternehmungen in den außer europäischen Ländern scheiterte an der Unmöglichkeit einer Lösung der großen Kolonialprobleme durch eine mit Hoheitsrechten ausgestattete Privatgesellschaft. Die Deutsche Gesellschaft für Südwestafrika sowohl wie die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft konnten die politischen, die militärischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten nicht bewältigen. Nachdem Süd-Westafrika 1889 einem Gouverneur unterstellt worden war, übernahm das Deutsche Reich am 20. November 1890 die ganze Verwaltung von Deutsch-Ostafrika. Da auch der Großkaufmann Hanse mann, der Kolonisator Neuguineas, sich zur Erklärung genötigt sah, daß es nicht Aufgabe einer Handelsgesellschaft sei, zu regieren, kaufte das Reich durch Vertrag vom 7. Oktober 1898 von der Neuguineakompanie die ihr verliehenen Hoheitsrechte wieder zurück und setzte einen Gouverneur ein (Egelhaaf, Geschichte 187, 188). Die deutsche Besetzung der Karolinen führte zur Gefahr kriege rischer Verwicklungen, die nur durch Annahme eines Schiedsspruches, für den Bismarck den Papst gewann, abgewendet wurden. Im Schieds sprüche vom 22. Oktober 1885 wurde der später oft wiederholte Ver such unternommen, die Gegensätze durch Trennung der politi schen von der wirtschaftlichen Expansion auszugleichen. Der Spruch beließ zwar den Spaniern die Souveränität, forderte aber die Einräumung einer Kohlenstation und volle Handelsfreiheit für die Deutschen. Nunmehr begann die deutsche Kolonialpolitik in das Fahrwasser eines u n i v e r s e 11 e n Wettbewerbes einzulenken und die Flotten gesetze von 1898 und 1900 durchzubringen. Auf dem ostasiatischen Weltmärkte wurde Deutschland durch die besseren Aussichten seiner wirtschaftlichen Ausdehnung zur Teilnahme am ostasiatischen Dreibund zum Schutze Chinas gegen Japan gedrängt. Es nahm deshalb an der Politik der wirtschaftlichen Aufteilung Chinas teil. Nachdem es zur Genugtuung für die Ermordung deutscher Missionare bereits am 14. November 1897 die Bucht von Kiautschou und die Insel Tsingtau besetzt hatte, erwarb es im Vertrage