15 rußland) und in nordsüdlicher Richtung (baltische Länder, Litauen — 'südwestliches Rußland) vollkommen bahnlos war und deshalb erschlossen werden mußte. Es ist begreiflich, daß das Privatkapital in diesen un wirtlichen Sumpf- und Waldgegenden, deren Entwässerung erst seit 1873 einsetzte und die einer stärkeren Besiedlung bisher kaum eröffnet waren, nichts wagen wollte. Hier, in dem alten polnischen Grenzland wurden vom Militärfiskus mehrere Strecken angelegt und bald nach der Fertigstellung der Reichseisen bahn Verwaltung überwiesen. So über nahm diese 1883 die 1882 gebaute Strecke (Brest—) Shabhika—Pin. k, die 1885 nach Luninez, 1886 nach Hornel und 1887 außerhalb der Poljesje nach Brjansk durchgeführt wurde, wo sie Anschluß an die Riga-Oreler Linie fand 1 ). Ohne Zweifel eine Linie, die auch wirtschaftlich nicht ohne Bedeutung war, immerhin zurückstand gegenüber der die Poljesje von Norden nach Süden durchquerenden, 1885 eröffneten Strecke Wilna—Baranowitschi—Rowno, welche die West-Ostbahn in Luninez schneidet. Diese wenigen, meist hochgedämmten Bahnen erforderten ungeheure Opfer 2 ). Weit weniger wichtig war die 1886 eröffnete Strecke Baranowitschi—Bjelostok, deren militärischer Hauptzweck klar ist. Der Staat hatte sich so im Rücken des vorderen Kriegsschauplatzes ein ausgedehnteres Bahnnetz von 1408 W geschaffen. Strategische Be deutung haben auch einige kurze Bahnen in Polen, die in diesen Jahren vom Staat vollendet wurden, Brest—Cholm, wichtig für den Aufmarsch nach Österreich, Sjedlez—Malkin für den nach Preußen. Die Bahnen wurden übrigens 1889 der privaten Warschau-Terespoler Bahngesellschaft zur Verwaltung überwiesen. Der Bau der Polj es jebahnen bedeutet ein flottes Voranschreiten der staatlichen Aktion. Allenthalben lagen die staatlichen oder ver staatlichten Bahnen weit zerstreut im Reich. Hier im Njemen-Weichsel- Dnjeprgebiet konnte man erstmalig von einem systematischen Vorgehen des Staates im Ausbau seines Bahnnetzes sprechen. Auch die Verstaatlichung der Uralischen Bergwerks bahnen im Jahre 1887, die ohne jeden Zusammenhang mit den übrigen Bahnen im mittleren Ural (1878) entstanden waren, und ihre Vereinigung mit der 1885 fertig gestellten Bahn Jekaterinburg—Tjumen, hatte sicherlich rficht nur wirtschaftliche Gründe. Galt doch Perm noch bis in die achtziger Jahre hinein als der Stützpunkt aller auf die Erschließung Sibiriens und des äußersten Ostens hinzielenden Verkehrsbestrebungen. Erst die Ver ordnung der Linienführung (Samara—) Kinel—Ufa am 6. Januar 1885 *) Die Militärverwaltung baute auch die kurze Strecke von Kiwerzy (an der Rowno—Kasatiner Bahn) zur Festung Luzk, die aber ebenfalls 1892 den Staats bahnen übergeben wurde. 2 ) Stefan Rudnycky (Lemberg) sagt geradezu, daß sie auf den Gebeinen der weißrussischen Eisenbahnarbeiter aufgebaut seien.