21 staatlichten Linien Koslow-Tambow und Tambow—Saratow zuge wiesen zugleich mit dem Auftrag, eine Anzahl von Bahnen zu bauen, teilweise jenseits der Wolga, hier mit einer Spurweite von nur 1 m. Die Gesellschaft nimmt den Namen Rjäsan-Uralsker Eisenbahn an, den sie heute noch führt, und stellt in rascher Aufeinanderfolge eine Reihe von Strecken fertig, denen ihrer ganzen Lage nach kein sehr günstiger Erfolg beschieden sein konnte. Gehören doch gerade die meisten Strecken der Rjäsan-Uralsker Bahn heute noch zu den verkehrsarmsten Linien Rußlands, immerhin ein rühmliches Zeichen, mit welcher Aufopferung gerade diese Gesellschaft sich wirtschaftlich schwacher Gegenden ange nommen hat. Sie eröffnete im Jahre 1894 die Linie Tambow—Kamy- schin und erreichte mit ihr einen neuen Zugang zur Wolga, ähnlich wie mit ihrer 1895 völlig in Betrieb genommenen Strecke Atkarsk—Wolsk. Bereits 1894 hatte sie auch in die Verkehrswüste jenseits der Wolga eine Bresche gelegt mit der Linie Pokrowskaja Sloboda (gegenüber Saratow)—Uralsk, der noch eine paar unbedeutendere Linien folgten. Zu den wenigen großen Linien, die nicht verstaatlicht wurden, gehörten die Strecken Grjasi—Zarjzyn und Koslow(—Grjasi)—Wo- ronesh—Rostow. Erstere gehörte bei ihrem starken Güterverkehr zu den besseren Unternehmungen. Beide Linien wurden im Juni 1893 zu der Südostbahngesellschaft vereinigt, der zugleich auch die kurz vorher verstaatlichte Strecke Orel—Grjasi in Pacht gegeben wurde. Als erste neue Aufgabe wurde der vergrößerten Gesellschaft die Strecke Charkow— Balaschow, eine Querbahnlinie, welche die verschiedenen nach dem Süden und zur Wolga gerichteten Strecken miteinander verband, über wiesen (eröffnet 1895) x ) Gleichen Zielen diente die von der Rjäsan- Uralsker Gesellschaft (1894—96) gebaute Strecke (Balaschow—) Ta- wolshanka—Pensa und die kurze von der Kasaner Bahn (1895) angelegte Strecke Pensa—Rusajewka. Zu diesen Strecken traten noch eine Reihe von Bahnen, die das mehr im Innern des Reiches gelegene Bahnnetz erweiterten. Die Südostbahnen verbinden 1897 Jelez mit Waluiki an der Charkow-Balaschower Bahn, die Rjäsan-Uralsker Bahn greift sogar mit ihrer Strecke (Bogojawlensk—) Dankow—Gorbatschewo— Suchinitschi—Smolensk (1899) weit über ihr eigentliches Arbeitsfeld hinaus und sucht sogar durch eine neue eigene von Moskau ausgehende und über Kremlewo nach Ranenburg (—Bogojawlensk) führende Linie sich möglichst unabhängig von der Kasaner Bahn zu machen. Es ist eine anerkennenswerte Leistung, welche die drei Wolgabahngesellschaften namentlich in den Jahren von 1893 bis 1898 verrichteten. In diesem kurzen Zeitraum gelang es, einem nur von wenigen Linien durchzogenen, im nördlichen Teil sogar verkehrslosen Gebiet, zukunftsreichen, frucht- x ) Die Donezstreeken der Südostbahn wurden 1901 der staatlichen Jekate- rinenbahn einverleibt, wodurch die wirtschaftliche Stärke des staatlichen Bahn netzes gehoben wurde.