38 steht bedeutend zurück hinter dem nächstdem verkehrsschwachsten Bundesstaat Lippe (7,87), während das doch sicherlich für deutsche Verhältnisse nicht gerade verkehrsreich zu nennende Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin reichlich die doppelte Bahndichte hat wie die Provinz Warschau. Auch die Gouvernements mit dem längsten Bahnnetz ­ haben somit eine mäßige Bahndichte, die sich, etwa auf derselben Höhe bewegt wie die Schwedens, der iberischen Halbinsel, Süditaliens und Rumäniens. Bemerkenswert ist immerhin eine gewisse gleichmäßige ­ Dichte in den bevölkerten und fortgeschrittenen Provinzen, die kein allzu großes Abweichen nach oben und nach unten zuläßt. So haben die industriellen und ackerbautreibenden Provinzen Großrußlands mit Ausnahme von Moskau und Tula zwischen 2 und 3 km Eisenbahnen, und ebenso groß ist die Bahndichte in den kleinrussischen und baltischen Provinzen. Was die Dichte der Eisenbahnen in den einzelnen Landschaften ­ betrifft, so steht Polen (mit 2,48 km) obenan, ihm folgen aber auf dem Fuße die kleinrussischen Gouvernements (2,46), während das südliche Großrußland (2,38) und das baltische Land (2,35) ebenfalls nur wenig nachstehen. Diese 27 Provinzen enthaltenden Landschaften haben somit eine für russische Verhältnisse große Bahndichte. In diesen Landschaften haben nur fünf Provinzen, bezeichnenderweise sind es nur polnische, eine Bahnlänge von unter 2 km auf 100 qkm. Weniger groß ist die Bahndichte in den acht westrussischen Provinzen (2 km), die aber noch erheblich kleiner sein würde, wenn nicht die Gouvernements ­ Grodno und Wilna mit ihrer engen Anlehnung an das polnische Netz das Resultat günstig beeinflußten. Das pontische Rußland hat eine Bahndichte von 1,76 km, das mittlere Großrußland, zu dem hier auch die Provinzen Moskau und Wladimir gerechnet werden, eine solche von 1,52 km. Wenig unter dem Reichsdurchschnitt bleibt das Großfürstentum ­ Finnland (0,99 km) 1 ), während das östliche Rußland mit seinen ungeheuren Steppen-, Wüsten- und Berggebieten (0,64) und erst recht das nördliche Rußland (0,156) erheblich unter dem Reichsdurchscbnitt stehen. Wie bei den Nordprovinzen, so hat auch bei vielen Ostprovinzen die Berechnung wenig Wert. Freilich nicht bei allen östlichen Provinzen. Wenn z. B. im Gouvernement Kasan nur eine Bahndichte von 0,27 km besteht, die somit der des großräumigen Astrachan ­ noch ein klein wenig, der der ebenfalls großen und dazu wie Astrachan ­ dünn bevölkerten Provinzen Orenburg, Perm und Nowgorod sogar erheblich nachsteht, so spricht dies für eine Vernachlässigung der Provinz, die allerdings teilweise ihre Erklärung in dem gut entwickelten Fkißsystem findet, an dem auch die benachbarten, ebenfalls eisenbahnarmen ­ Provinzen Nischni Nowgorod, Kostroma, Ufa und Wjatka Anteil l ) Dieses Resultat führt im wesentlichen neben dem kleinen, im Zentrum der Seenwirmis gelegenen Gouvernement St. Michel die ausgedehnte, fast die Hälfte des finnischen Gesamtflächenraumes einnehmende Provinz Uleäborg herbei.