39 haben. Unwillkürlich sind somit auch die Bevölkerungsverhältnisse gestreift. Für manche Gebiete ist das Verhältnis der Länge der Eisenbahn strecken zur Volkszahl noch instruktiver. Auch hier können für die nördlichen Provinzen nur verhältnismäßig wertlose Zahlen gewonnen werden. Infolge dünner Besiedlung müssen bei än sich kurzen Bahn strecken die Verhältniszahlen steigen. Umgekehrt sinken diese be trächtlich in den Provinzen der Millionenstädte. Während in ganz Rußland auf 100 000 Einwohner etwa 47 km Eisenbahnen kommen, ungefähr so viel wie in Italien und in Rumänien, steigen die Zahlen namentlich in den Gebieten des Nordens, des baltischen Nordwestens und des Südostens. Es ist bezeichnend, daß von den 27 Provinzen, die über dem Durchschnitt stehen, 17, darunter sämtliche finnische, eine geringere Volksdichte als 35 Einwohner auf den qkm haben. Unter diesen Provinzen befinden sich die von Archangelsk, Uleäborg, Nowgorod, Perm und Astrachan. In Finnland kommen auf 100 000 Einwohner 120,2 km Eisenbahnen, ähnlich wie in den nordgermanischen Staaten 1 ). Es folgen im Mittel die baltischen Provinzen (58,9 km) und das nörd liche Großrußland (56,5), ferner das pontische Rußland (49,8), das südliche Großrußland (44,4), das mittlere Großrußland (40,1), Ostrußland (34,8) und zuletzt die bevölkertsten Landschaften, nämlich Kleinrußland (34) und Polen (25,2). Wie hinsichtlich des Flächenraums, so springt auch hinsichtlich der Volkszahl die Vernachlässigung der Provinzen an der mittleren Wolga besonders stark in die Augen: nach beiden Seiten gehören sie zu den zurückgesetzten Strichen des europäischen Rußland. Die Provinz Nischni Nowgorod, die wie Kasan zu den mäßig, nicht gerade schlecht besiedelten Gouvernements gehört, hat auf 100 000 Ein wohner nur 21,1 km Eisenbahnen, Wjatka nur 16,2, während Kasan sogar nur 6,4 km aufweist. Hiermit ist die Kasaner Provinz der eisen bahnärmste Verwaltungsbezirk Rußlands: hinsichtlich seiner Ein wohnerzahl wohl ohne Beispiel in Europa. Aber auch hinsichtlich des Verhältnisses der Bahnlänge zum Flächenraum haben nur die drei nördlichsten russischen Provinzen noch niedrigere Zahlen. Zeigen so nach beiden Seiten hin die nordöstlichen Wolgaprovinzen eine arge Zurücksetzung, so kaum weniger die Gouvernements an der West grenze, auf die unten im Zusammenhang bei der Betrachtung des polni schen Eisenbahnwesens überhaupt hingewiesen wird 2 ). Auch die Provinzen des Südwestens haben ein Mißverhältnis ihrer Bahnstrecken zur Volksstärke. Denn sie sind nicht so dicht bevölkert und bei Vor ') In fünf finnischen Provinzen kommen auf 100 000 Einwohner mehr als 130 km Eisenbahnen. Die Höchstziffer Finnlands wie Rußlands weist das nördliche Gouvernement Uleäborg (142,6 km) auf. a ) S. 56 ff., S. 65.