68 Bahnen, oder höchstens nur einseitig zur Grenze hin, fortgesetzt werden. Im allgemeinen haben alle Teile Polens ein mehr oder weniger leidlich entwickeltes Netz von Chausseen, das auch vor dem Kriege noch syste matisch ausgebaut wurde. Es entspricht aber wiederum den militäri schen Plänen, wenn in den Provinzen an der preußischen Grenze, und hier namentlich im nordöstlichen Polen das Straßennetz engmaschiger ist. So ist Augustowo der Knotenpunkt von 4 Chausseen, Suwalki und Pultusk von je 5, das halbpolnische Grodno von 6, Ostrow und Lomsha von je 7. In den angrenzenden Provinzen Grodno und Wolynien, hier namentlich um das Festungsdreieck, gibt es ebenfalls eine Reihe von Steinstraßen, weniger bereits in den Provinzen Wilna und Kowno, und erst recht in der Minsker Provinz. Manche dieser aus Kongreß polen führenden Straßen endigen aber an den Hauptbahnen dieser Provinzen, ermöglichen also auch umgekehrt von verschiedenen Bahn- purikten aus den Anmarsch zu den Festungen oder sonstigen strategisch wichtigen Plätzen. So führt von Olita über Kronie eine Chaussee nach Koschedari, dem Bahnknotenpunkt zwischen Kowno und Wilna. Zwischen Wilna und Grodno endigen drei aus Polen führende Straßen an den Bahn stationen Olkieniki, Orany und Porzescze, alles natürlich Tatsachen, die den militärischen Hauptzweck dieser Straßen klarlegen. Weiter östlich mündet von Grodno her eine Straße in dem Bahnkreuzungspunkt Lida. Eine wichtige Straße endet in dem südlicher gelegenen Baranowitschi. Von Bjelostok, Bjelsk uncl Sokolow zielen Straßen auf diesen Ort hin, der einer der bedeutendsten Bahn verkehrspunkte Westruß l^nds ist. Die von Bjelsk über Gainowka führende Straße vereinigt sich mit der von Sokolow über Wysoko Litowsk gestreckten in Prushana und zieht dann nach Slonim, wo sie mit der Route von Bjelostok—Wolkowysk zusammentrifft und endlich als Einheitsstraße Baranowitschi erreicht. Ähnliche Schlußpunkte strategischer Straßen gibt es an den wolynischen Bahnen, so an der Bahnstation Kriwin bei Ostrog, übrigens auch in Galizien. Nur ganz wenige Straßen führen aus dem strategischen Westgebiet zum Nordwesten und ins Landesinnere. Überwiegend sind es ältere Straßen, aus den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts, ein Zeichen, wie sehr gerade auf diesem Gebiete seitdem die Reichsverwaltung ge sündigt hat. Zu diesen Straßen gehört die von Tilsit über Tauroggen, Schawli, Mitau, Riga, Arrasch, Pskow, Luga, Gatschina nach Petersburg gestreckte Chaussee, ferner die von Wirballen (bzw. von Warschau, Augustowo, Suwalki) über Mariampol, Kowno, Wilkomir, Uzjany, Nowo Alexanclrowsk, Dwinsk, Rjeshiza, Ostrow nach Pskow und somit ebenfalls zur Reichsresidenz gerichtete Straße. In Ostrow trifft die Kiewer Straße (über Tschernigow, Homel, Dowsk, Mohilew, Orscha, Witebsk, Newel und Opotschka) auf die polnische Straße. Von Brest (bzw. von Wlodawa) führt eine Heerstraße über Kobryn, Sluzk, Bo-