69 bruisk 1 ), Rogatschew, südlich Dowsk (Kreuzungspunkt der Kiew-Peters burger Straße), Tscherikow, Roslawl * 2 ) nach Moskau. Ebenfalls von Brest zieht eine Straße mit mehreren bis zu 10 m breiten Abzweigungen im wolynischen Festungsgebiet über Kowel, Luzk, Klewan, Rowno, Nowo- grad Wolynsk, Shitomir nach Kiew. Die beiden letzteren Straßen säumen die Poljesje ein. Hiermit sind aber auch die großen Heer straßen, die aus dem Westen ins Innere führen, aufgezählt. Die Vernach lässigung des russischen Straßenwesens in den meisten Provinzen, die infolge des Ausbaues des Bahnnetzes erst recht aufrecht gehalten wurde, hat zur Folge, daß nicht nur eine Stadt wie Minsk mit 100 000 Ein wohnern, sondern auch das doppelt so große Wilna, die Hauptstadt Litauens, nicht von einer einzigen großen Straße im mitteleuropäischen Sinne berührt wird. Die russische Straßenbaupolitik hat aber auch bewußt das ältere Straßenwesen ignoriert. Die möglichste Konzentrie rung in der Richtung auf die Reichszentren, besonders außerhalb Kongreß polens, springt hier noch weit mehr in die Augen als auf anderen Ge bieten. Minsk war z. B. im alten Polen ein sehr wichtiger Punkt an der von der Ostgrenze des Reiches, von Mohilew, führenden großen Straße, die sich hier gabelte und nordwestlich über Wilna, Kowno nach Kurland, südwestlich über Nowogrodek, Grodno, Bjelsk nach Warschau und Breslau führte. Wie hier, hat man auch an anderen Stellen, teilweise freilich begreiflich, unter dem russischen Regiment an die alten polni schen Reichsstraßen nicht angeknüpft, sondern dem Verkehr im Sinne der neuen Herrschaft eine andere Richtung gegeben. Daß seit der Okkupation der russischen Westprovinzen die Verwaltungen der Zentral mächte auch den Straßenbau nicht vernachlässigen, ersieht man daraus, daß nach einem Voranschlag vom November 1915 allein im Gebiet des deutschen Generalgouvernements, dem drei Fünftel von Polen unter stehen, rund 5440 km Straßen gebaut werden sollen. 5. Verkehrsgeographie der russischen Eisenbahnen. a) Mängel des Systems (Lücken im Balinnetz, Brückenbauten). Das russische Bahnnetz hat noch große und empfindliche Lücken. Es ist oben öfters auf die Verkehrslosigkeit und die geringe Verkehrs dichte ganzer Provinzen hingewiesen worden. Die klaffenden Lücken werden offensichtlich, wenn man die Linienführung der Kurswagen, also der Wagen, die zwei verschiedene, häufig entfernt gelegene Ziele miteinander verbinden, verfolgt. Es ist noch nicht lange her, da konnte man von Moskau nach Kiew nur über Kursk (946 W) gelangen. Die [ ) Die ehemalige Hauptfestung Bobruisk entsendet einen Strang nach Mohilew zur Petersburger Straße. 2 ) In Roslawl kreuzt sie eine von Witebsk über Smolensk zum Südosten ziehende Straße.