und nur auf der letzten Strecke Simferopol—Baktschissarai—Sewastopol bei der Überschreitung des Jailagebirges 43—44 km. Falsch ist es auch, daß „auf den befahrensten Bahnen“ die Personen züge in der Stunde nur 32 W (34 km) zuriickiegen. Es gibt natürlich Lokalzüge 1 ), häufig nur aus einer, der vierten Wagenklasse bestehend, die es auch auf den Hauptbahnen auf nicht mehr als 25—30 km bringen, in dieser Hinsicht nicht stark abweichend von ähnlichen Zügen auf west europäischen Bahnen, z. B. in Frankreich und Belgien. Andererseits legen aber sehr häufig die Personenzüge in der Stunde 40— 50, etwa 45 km zurück, und die Beschleunigung wäre noch größer, wenn der auch an den Nebenstationen meist nicht kurze Aufenthalt vermindert würde. Aber auch auf weniger wichtigen Bahnen werden gleiche Ge- schwindigkeitsziffern erreicht. So legt ein Zug auf der Bahn Taps— Walk (—Riga), die man nicht zu den Hauptlinien rechnen kann, die 46 km lange Strecke Taps—Weggewa einschließlich eines dreimaligen Anhaltens genau in einer Stunde zurück und erreicht das von Taps 113 km entfernt gelegene Dorpat in 2 1 / 2 Stunden. Ähnliche Geschwindig keiten erzielen auch andere Züge auf dieser Strecke. Auf Linien, die etwa nur von zwei Zugpaaren befahren werden, wie auf einem Teil der strategi schen Linie Bologoje—Sjedlez, ist häufig ein Zugpaar, das dem größeren durchgehenden Verkehr dient, beschleunigt, so daß z. B. die Fahrtzeit der 49 km langen Strecke Juratischki—Lida 63 Minuten beträgt. Das sind nur einige wenige Beispiele, die aus den meisten Teilen des Reiches vermehrt werden könnten und die beweisen, wie unrichtig unsere Urteile über die russischen Eisenbahnen häufig noch sind. Werden doch auch auf der Schmalspurstrecke Wologda—Archangelsk durchschnittliche Geschwindigkeiten von reichlich 30 km erzielt, auf der Strecke Urbach- Astrachan sogar stellenweise bis zu gut 40 km. Eine große Bequemlichkeit der russischen Eisenbahnen, namentlich auf den weniger wichtigen Linien besteht darin, daß recht gute Nacht verbindungen bestehen. Es ist landesüblich, zur Nachtzeit zu reisen. Auf den Strecken mit schwachem Verkehr laufen die besten, die be schleunigteren Züge häufig in der Nacht. Hiermit hängt es wohl zu sammen, daß einige Züge, die über die Nacht hinaus noch den Tag zur Fahrt beanspruchen, am Tage langsamer fahren als zur Nachtzeit. — Einen gewissen Maßstab für die Leistungsfähigkeit eines Eisenbahn systems gibt auch die jeweilige Zahl langer, von den Schnellzügen ohne Aufenthalt durchfahrener Strecken ( In Frankreich und Großbritannien, ferner in Deutschland, neuerdings auch in Italien * 2 ), dagegen viel weniger *) Unter diesen Zügen gibt es auch mit Güterwagen gemischte Züge. 2 ) In Italien ist freilich das aufenthaltlose Durchfahren langer Strecken rein theoretisch, als es nur für den Passagierverkehr Geltung hat, technisch aber gar nicht durchführbar ist, weil viele dieser Hauptlinien eingeleisig sind, oder die Änderung des Dampfbetriebes in den elektrischen, wie auf der 151 km langen